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Interview mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram und dem Hauptberuflichen Vizepräsidenten Dr. Lars Kulke

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Herr Kulke, Sie haben den frischesten Blick auf die Hochschule Osnabrück: Seit dem 1. Oktober 2021 sind Sie der Hauptberufliche Vizepräsident. Wie ist Ihr Eindruck von dieser Institution nach etwa einem halben Jahr im Amt?
Der Eindruck, den ich im Vorfeld hatte, hat sich bestätigt: Es ist eine herausragende Hochschule die ihre Freiheiten und Vorteile als Stiftungshochschule lebt. Die Hochschule Osnabrück ist sehr agil und innovativ. Aus meiner Sicht war und ist das die Basis für ihre Erfolge. Ich freue mich, das Ganze weiter unterstützen zu können.

Herr Bertram, Sie sind seit Oktober 2010 Präsident der Hochschule. 1999 haben Sie hier als Professor für Gartenbau begonnen. Wie blicken Sie auf die Entwicklung der Hochschule?
Diese Hochschule war und ist immer in der Entwicklung. Wir haben immer Dinge vorangebracht, waren immer innovativ – und das über Jahrzehnte. Das ist beeindruckend. Ende der 1990er-Jahre gab es unsere Bewerbung im Aktionsprogramm „ReformFachhochschulen“ des Stifterverbandes, bei dem letztlich wir zu den fünf erfolgreichen Bewerberinnen zählten. Dann kam verstärkt das Thema Qualitätssicherung in der Lehre auf, es folgten die Gründung der Stiftung 2003 und der Bologna-Prozess. Ab 2007 prägte der Hochschulpakt und damit das enorme Wachstum unsere Hochschule. Im Wintersemester 2007/2008 hatten wir etwa 7.500 Studierende, zehn Jahre später waren es 14.000. Es ist unglaublich, was hier in allen Bereichen geleistet wurde. Ich habe immer gesagt, nächstes Jahr wird es ruhiger. Aber das wird es nicht. Und dieses Mitgestalten macht schon Spaß.


Der Caprivi-Campus und der Campus Westerberg mit dem angrenzenden Wissenschaftspark Osnabrück sind große Areale, die eine lange militärische Geschichte haben. Welches Zeugnis stellen Sie bis hierhin dem Osnabrücker Konversionsprozess aus, der ja über die Hochschule hinaus noch in vollem Gange ist?
Bertram: Erstmal ein großes Kompliment an meinen Vorgänger, den damaligen Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Erhard Mielenhausen. Er hatte diesen strategischen Blick im Grunde schon in den 1990er-Jahren. Im Sommer 2009 haben ja die letzten britischen Soldaten Osnabrück verlassen. Es war dann innerhalb kürzester Zeit klar, dass die Flächen am Westerberg für die Hochschulentwicklung zur Verfügung gestellt werden. Das Ganze war vom Tempo her, aber auch von der Qualität der Umsetzung absolut beeindruckend. Wir profitieren noch heute davon. Diese Campus-Qualität mit der Mischung aus historischem Gebäudebestand und modernen, zum Teil auch außergewöhnlichen Gebäuden, ist einfach da. Dazu trägt sicher auch bei, dass wir bei großen Bauvorhaben immer besonderen Wert auf Architekturwettbewerbe gelegt haben.


Speziell der Caprivi-Campus hat eine wechselvolle Geschichte …
Ja, absolut. Erich Maria Remarque hat dort seine militärische Grundausbildung absolviert, die Wehrmacht nutzte das Gelände, nach dem zweiten Weltkrieg dann die britische Armee, und in den 1990er-Jahren war das Areal ein Aufnahmelager für Geflüchtete vom Balkan. Und das sind nur Stichworte, hinter denen so viel mehr steht. Diese ganze Geschichte müssen wir noch stärker herausarbeiten und den Weg von einem Ort des Militärs zu einem Ort der Wissenschaft, des Freigeistes, nachzeichnen.

Kulke: Da kann ich nur beipflichten. Aus meiner Sicht hat diese Entwicklung von militärisch genutztem Gelände zu einem Hochschulgelände einen großen symbolischen Charakter. Auch architektonisch ist diese Umwandlung eindrucksvoll gelungen. Es sind Orte entstanden, die sehr gute Rahmenbedingungen bieten für Studierende, Forschende und Lehrende. Der nachhaltige Umbau zu einer Wissenseinrichtung für die Weiterentwicklung der Region ist gelungen.

2003 wurde die Fachhochschule Osnabrück zur Stiftungshochschule. Herr Bertram, können Sie einordnen, welche Bedeutung diese Weichenstellung unter Ihrem Amtsvorgänger Prof. Dr. Erhard Mielenhausen für die Hochschule hatte und noch heute hat?
Das war eine zentrale Weichenstellung, deren große Bedeutung erst über die Jahre so wirklich klar wurde. Die Stiftungsidee war ja etwas, das man zunächst vor allem mit größerer Autonomie in der Administration in Verbindung gebracht hat. Es hat sich aber gezeigt, dass dieses Stiftungsmodell in Verbindung mit unserem Leitungsmodell – dass also die Dekaninnen und Dekane der Fakultäten zugleich mit dem Präsidenten und dem Hauptberuflichen Vizepräsidenten das Präsidium bilden – die Dynamik dieser Hochschule begründet. Ich kann mich noch an dieses Gefühl von damals erinnern: Die Hochschule gehört jetzt uns. Das darf man nicht unterschätzen, denn damit wächst die Motivation, Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam Dinge voranzubringen, auch einmal unkonventionelle und kreative Wege zu beschreiten. Das Stiftungsmodell und das Leitungsmodell zusammen sind ganz wichtige Grundlagen und Garanten für eine große Handlungsfähigkeit.


Herr Kulke, die Hochschule Osnabrück ist Niedersachsens größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Seit dem Wintersemester 2017/18 liegt die Studierendenzahl um die 14.000. Zugleich entstehen an allen Standorten derzeit hochmoderne Bauten und Räumlichkeiten für Studium und Lehre. Ist eine Phase der Konsolidierung angebrochen?
Wir müssen uns im Blick auf den demografischen Wandel bewusst sein, dass in den nächsten Jahren aus meiner Sicht erstmal mit keinem größeren Wachstum zu rechnen ist. Das ist allerdings keineswegs ein Zeichen von Stillstand. Eine Hochschule wie unsere, die stets in Bewegung ist, die stets innovativ ist, verändert sich permanent. Das müssen wir auch tun, um das Erreichte zu bewahren. Wenn man die Phase der Konsolidierung so interpretiert, dass wir in unseren Leistungsbereichen einer Steigerung der Qualität einen höheren Stellenwert einräumen als einer Steigerung der Quantität, würde ich da mitgehen. Genau dieser Herausforderung müssen wir uns stellen, zum Wohle aller Mitglieder der Hochschule und auch der Region.


Herr Bertram, Hochschulstandorte in Lingen und in Osnabrück, vier Fakultäten und das Institut für Musik, die zusammen etwa 100 Studiengänge anbieten sowie vielfältige Forschungsfelder: Kann es da eigentlich so etwas wie eine prägende Hochschul-DNA geben? Und wenn ja, worin besteht sie?
Das ist die Frage nach dem Geheimrezept, und ich frage mich auch von Zeit zu Zeit, warum wir so erfolgreich sind. Ich komme da immer wieder auf den Satz „Ermöglichen statt erlauben“, den wir zu Beginn meiner Zeit als Präsident stark betont haben und der sicher auch schon vor meiner Amtszeit seinen Platz hatte. Lasst uns die Chancen, die sich bieten mit wachen Augen wahrnehmen und sie in die Tat umsetzen. Und das Zweite: Wir haben das alles nicht als „ich“ erreicht, sondern als „wir“. Nicht ohne Grund tragen unsere Hochschul-Publikationen ja das Wort „WIR“ im Titel. Das ist nur konsequent, denn wir können sich eröffnende Chancen nur gemeinsam ergreifen. Wir können und müssen mit vielfältigen Perspektiven auf Probleme blicken, müssen uns am Ende aber auch einigen.


Gibt es weitere prägende Elemente einer Hochschul-DNA?
Das Thema „Zuhören“ ist zentral. Wirklich gut und kreativ wird man erst dann, wenn man anderen zuhört. Dadurch, dass wir uns interdisziplinär zuhören, also Perspektiven vieler Fachdisziplinen, aber auch von Bürger*innen und aus der Wirtschaft einbringen, entsteht ein wertvoller Diskurs. Und wenn man wirklich gut zuhören kann, findet man auch die besten Lösungen.


An HAW richten sich enorme Ansprüche. Um eine Auswahl zu nennen: Sie sollen jungen Menschen vielfältige Kompetenzen vermitteln und Brücken in die Arbeitswelt bauen, sie sollen durch ihre Forschung zu Innovationen beitragen, die Start-up-Kultur fördern und sich – nicht zuletzt – in gesellschaftliche Debatten einbringen. Wie können HAW diesen Ansprüchen gerecht werden?
Kulke: Gerade die HAW sind mit ihrem interdisziplinären Ansatz prädestiniert, diesem Anspruch gerecht zu werden. Wir können viele gesellschaftliche Probleme nicht lösen, wenn wir sie allein aus einer Fachdisziplin heraus betrachten. Und noch ein wichtiger Punkt: Das Wissen, das wir vermitteln, ist schnell veraltet. Deshalb ist die Problemlösungskompetenz, also die Fähigkeit, die Gesellschaft mitzugestalten und vielfältige Ressourcen einzubinden, von entscheidender Bedeutung. Von daher ist die Debatte über unsere anwendungsorientierte Lehre sicher von zentraler Bedeutung für die Zukunft unserer Hochschule. Diese Debatte – so ist mein Eindruck – wird an der Hochschule intensiv geführt.

Bertram: Um das zu ergänzen - es geht eben nicht nur um Wissen, sondern auch um das Fördern der persönlichen Entwicklung. Ich muss ja mutig, neugierig und auch in der Lage sein, Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen. Wir sind derzeit noch sehr stark auf dem Feld der Wissens- und Kompetenzvermittlung unterwegs. Wir werden aber noch stärker über Haltungen und Werte sprechen müssen. Wie wollen wir Dinge gemeinwohlorientiert lösen? Ich habe ein großes Vertrauen in die jungen Menschen. Auch unsere Absolvent*innen werden hier gute Antworten finden.

Laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung soll eine Agentur für Transfer und Innnovation gegründet werden, „um soziale und technologische Innovationen insbesondere an den HAW und kleinen und mittleren Universitäten in Zusammenarbeit u. a. mit Start-ups, KMU sowie sozialen und öffentlichen Organisationen zu fördern“. Wie ordnen Sie das ein?
Bertram: Ich finde das großartig. Es ist uns in diesem Prozess gelungen, als HAW sichtbar zu sein. Es ist klar geworden, dass die klassische Reputationslogik des Wissenschaftssystems, die ja unter anderem auf die Publikation von Peer-reviewed-Papern oder die Anzahl an Promotionen oder Habilitationen setzt, nicht das richtige Begutachtungssystem für diese Agentur sein kann. Denn es soll hier ja viel stärker der Nutzen für die Gesellschaft und Wirtschaft im Mittelpunkt stehen. Es freut mich sehr, dass das Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz zu 100 Prozent hinter der Entwicklung dieser Transferagentur steht.

Herr Kulke, welchen Stellenwert hat die Hochschule Osnabrück in Ihren Augen für die Region?
Sie hat einen sehr hohen Stellenwert. Wir sind eine der größten HAW in Deutschland und die größte in Niedersachsen mit unseren Standorten in Osnabrück und Lingen. Dementsprechend bringen wir uns stark in die Region und in die Gesellschaft mit unseren Studierenden und unseren Wissenschaftler*innen ein. Naturgemäß haben wir durch unsere Transferaktivitäten eine enge Verbundenheit zur regionalen Wirtschaft. Die für uns so zentrale Anwendungsorientierung ist nur durch dieses enge Zusammenspiel, das die regionale Wirtschaft ermöglicht, umsetzbar. Zugleich zeichnet unsere Hochschule ein großes gesellschaftliches Engagement aus, wodurch es eine enge Verbundenheit mit der Region gibt. Gemeinsam bilden wir eine Plattform, die notwendig ist, um Zukunftsthemen zu diskutieren und zu identifizieren sowie Innovationen auf den Weg zu bringen.


Herr Bertram, was sind die wichtigsten Stellschrauben für die Hochschule, wenn sie auch in den kommenden Jahrzehnten ihren Ruf als innovativer Bildungs- und Forschungsstandort mit großem Pioniergeist festigen will?
Wir müssen sicher die Frage klären, wie wir hochqualifizierten Nachwuchs gewinnen können, sowohl im professoralen Bereich als auch in allen weiteren Bereichen, die zusammen unsere Hochschule ausmachen. Wir brauchen weiterhin viele mutige und kreative Köpfe. Unser Projekt „Career Lab der Hochschule Osnabrück: Der Osnabrücker Karriereweg in die FH-Professur“ – kurz CarLa – ist da ein ganz wichtiger Baustein. Darin ist auch angelegt, dass wir uns international weiter öffnen, nicht nur im Blick auf unsere Lehrinhalte, sondern auch vom Personal her. Dann wird es ganz entscheidend auch um das Thema der digitalen Kompetenzen und der Mitgestaltung der Digitalisierung gehen. Der Blick auf die Ressorts im Präsidium zeigt sehr gut, was wichtige Stellschrauben sind: Denn dort haben wir neben den Bereichen Studium und Lehre sowie Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung die Ressorts Internationalisierung und Digitalisierung.


Was wird darüber hinaus noch eine Rolle spielen?
Das große, gesellschaftlich prägende Thema des Klimawandels müssen wir glaubwürdig einbeziehen und unsere Beiträge leisten. Und im Blick auf unseren zweiten großen Antrag neben CarLa wird es darum gehen, unser Transferverständnis nochmal weiterzuentwickeln. Dieser Antrag im Zuge der BMBF-Ausschreibung Innovative Hochschule trägt den Titel „GROWTH - Gemeinsam in der Region Osnabrück-Lingen: Wandel durch Teilhabe“. Wenn wir über Innovationen nachdenken, ist es klug, darüber mit der Gesellschaft einen Diskurs zu führen. Wir müssen noch stärker ins Gespräch kommen und so Forschungsideen generieren und zu Problemlösungen beitragen. Mit unserem Markenkernprozess haben wir zudem unser Profil geschärft und müssen das nach außen hin auch deutlich sichtbar machen.


Sie betonen auch immer wieder die Bedeutung von Diversität ...
Diversität wird ein großes Thema sein. Wir profitieren bei interdisziplinären Problemlösungen von unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Thema. Deshalb sollte auch unsere Personalstruktur möglichst divers sein. Mehr internationale Köpfe, mehr Menschen mit Migrationshintergrund, mehr Frauen in den MINT-Bereichen: Wir müssen vielfältiger werden. Wenn man Diversität gut lebt, dann ist sie grundlegend für unsere Gestaltungskraft. Viele Perspektiven eröffnen viele Lösungsmöglichkeiten.


Herr Kulke, was beeindruckt Sie an der Hochschule Osnabrück und was wünschen Sie ihr für das kommende Jahrzehnt?
Ich konnte bislang feststellen, dass die Hochschule immer zukunftsorientiert agiert und sich bietende Chancen sieht und ergreift. In diesem Sinne wünsche ich ihr, dass sie ihren Spirit beibehält und sich weiter als moderne Hochschule der Zukunft etabliert und weiterentwickelt, dass sie als Präsenzhochschule den digitalen Wandel vollzieht und so für die Mitglieder der Hochschule und für ihr Umfeld beste Rahmenbedingungen schafft.


Herr Bertram, was beeindruckt Sie an der Hochschule und was wünschen Sie ihr für das kommende Jahrzehnt?
Es beeindruckt mich, wie wir Herausforderungen annehmen. „Wenn es irgendwo geht, dann geht es in Osnabrück“: Dieser Satz begegnet mir immer wieder. Genau deshalb sind wir so innovativ. Gleichzeitig sind wir familiär. Und das hat einen hohen Wert: dass wir bei aller Exzellenz unserer Aktivitäten den familiären Charakter nicht aus den Augen verlieren. Es muss genügend Zeit bleiben, das menschliche Miteinander zu pflegen und Freude zu empfinden. Immer vorne dabei zu sein, bedeutet auch viel Arbeit. Dementsprechend wünsche ich unserer Hochschule auch im Land und bundesweit die Anerkennung, die sie einfach verdient. >> rg/hs
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Wünsche

"Wenn ich über mein Aufgabengebiet im Bereich Forschung und Kooperation nachdenke, dann fällt mir ein abgewandeltes Sprichwort von Erich Fromm ein: „Man mag das, wofür man sich müht und man müht sich für das, was man mag.“ Der Bereich Forschung ist einer der interessantesten Bereiche der Hochschule. Die Themen und Wissenschaftler*innen sind so vielfältig und kreativ, Langeweile kommt nie auf. Ich wünsche der Hochschule weiterhin viele innovative und interdisziplinäre Projekte, die zur Lösung unserer komplexen Zukunftsfragen beitragen."
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„Seit 35 Jahren bin ich als Gärtner an der Hochschule im Versuchsbetrieb Gartenbau beschäftigt. Das Spannendste dabei waren die vielfältigen Neuerungen, sowohl in unserer Kulturbetreuung als auch im Austausch mit immer neuen Studierenden. Ich wünsche mir für die Zukunft ein Fortleben dieser Vielfalt und dafür besonders den Erhalt der Versuchsbetriebe! Zum einen für den Praxisbezug in der Ausbildung der Studierenden, aber natürlich auch als Forschungsstandort.“

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Bibliothek

1970 beginnt die Geschichte der Bibliothek der Hochschule Osnabrück als „Dozentenhandbücherei“. Heute hat die Bibliothek drei Standorte: am Westerberg, in Haste und in Lingen. 14.000 aktive Nutzer*innen werden von 28 Personalstellen und Studentischen Hilfskräften betreut. 1980 gab es zwei Bibliothekarinnen, 1995 waren es 9,5 Stellen für 5.000 Studierende. Der Medienbestand umfasste im Jahr 2020 etwa 400.000 Bücher, Noten und Tonträger, 56.000 Zeitschriftenbände, etwa 1.000 laufend gehaltene Zeitschriftenabonnements sowie das Angebot von 87 Datenbanken mit mehr als drei Milliarden Nachweisen und Volltexten. 2020 lag die Zahl der Ausleihen (inkl. Verlängerungen) für Printbestände bei 316.876, die Zahl der Zugriffe auf E-Books (eines Verlages) bei knapp 1.7 Millionen. Was als analoge Bibliothek mit Fokus auf gedruckten Büchern und Zeitschriften und deren Ausleihe bzw. Präsentation vor 50 Jahren begann, ist mittlerweile eine Serviceeinrichtung zur überwiegend digitalen Versorgung mit wissenschaftlicher Information für die gesamte Hochschule und das Umland.
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Wünsche

"Die Hochschule Osnabrück in ihrer Vielfalt an Personen und Meinungen, an Studiengängen und fachlicher Expertise ist ein toller Ort, um zu studieren und zu arbeiten. Auf dem Campus heißen wir Mitglieder aus über 90 Nationen willkommen. Ich wünsche der University of Applied Sciences für die Zukunft, dass sie weiterhin enge und verlässliche Partnerschaften mit Hochschulen weltweit pflegt und dadurch die Voraussetzung für einen regen Austausch von Ideen und Perspektiven, von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden schafft."
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"Im Center for International Students sind wir für die internationalen Studierenden da. Für mich ist das eine große Bereicherung, weil sie aus aller Welt kommen, mit so verschiedenen Perspektiven und Ideen. Die Entscheidung, ganz im Ausland zu studieren, in einer fremden Sprache und Kultur, erfordert Mut und ich bewundere diese jungen Leute sehr. Ich wünsche der Hochschule, dass sie noch attraktiver für internationale Studierende wird und ihnen Entfaltung und Teilhabe ermöglicht."
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Fututre on Stage

„Die Rolle der Hochschulen und die Bedeutung der Wissenschaft in einer zunehmend fragmentierten und digitalen Gesellschaft sowie ihre Bedeutung für Politik und Zivilgesellschaft hat sich verändert und muss neu betrachtet werden. Das wird aktuell mit Blick auf die Corona-Pandemie und gesellschaftliche Transformationsprozesse im Kontext von Globalisierung, Klimawandel, digitalem Wandel und Demokratieverständnis sehr deutlich und begreifbar. Ohne die Beiträge aus der Wissenschaft gibt es keine Lösungen für die Pandemie, ohne die Wissenschaft wird es keine Antworten und Lösungen für die drängenden Fragen der Gesellschaft geben. Bildung, Wissenschaft und die Künste sind das Fundament, auf dem die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft und unsere Wirtschaftsstärke beruhen.“ So hat es die die Landeshochschulkonferenz (LHK) des Landes Niedersachsen 2021 in ihrer „Vision 2030 - für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung der Hochschulen in Niedersachsen“ formuliert. Die LHK ist ein Zusammenschluss von 21 Hochschulen in Niedersachsen. Mittendrin: die Hochschule Osnabrück. Sie lebt vom engen Austausch mit der Gesellschaft und sieht es als Teil ihrer Verantwortung an, ihren Beitrag zu leisten, um die besten gesellschaftlichen Lösungen für morgen und übermorgen zu finden. „Um genau diese Lösungen zu finden, müssen wir viele Blickwinkel auf die Schlüsselthemen unserer Zukunft vereinen“, ist Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram überzeugt. Ganz in diesem Sinne hat die Hochschule ihr Jubiläumsjahr auch genutzt, um die Veranstaltungsreihe „Future on Stage“ auf den Weg zu bringen. Sie vereint bewusst vielfältige Stimmen zu Themen, die entscheidend dafür sind, wie unser Leben in Zukunft aussehen wird. >>jg
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Über das Smartphone konnte sich das Publikum interaktiv in die Diskussion auf dem Podium einbringen.
Über das Smartphone konnte sich das Publikum interaktiv in die Diskussion auf dem Podium einbringen.
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Die aktuellen globalen Herausforderungen sind enorm. Um diese zu bewältigen, braucht es ein gemeinsames Handeln und ein Wir. Aber wie soll die Gesellschaft aussehen, in der wir leben? Darüber haben Sara Josef (Geschäftsführerin Exil e.V. Osnabrück), Studentin Kim Kalinsky (Schwerpunkt Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit), Prof. Dr. Johannes Hirata (Volkswirtschaftslehre, insb. Internationale Wirtschaft), Prof. Dr. Hermann Heußner (Öffentliches Recht und Recht der Sozialen Arbeit, Schwerpunkt direkte Demokratie) und Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram am Campus Westerberg diskutiert. Zu viel Fokus auf Wirtschaftswachstum, soziale Gerechtigkeit und mehr Dialog über alle sozialen Schichten und Ländergrenzen hinaus waren zentrale Themen. „Wir müssen weg von der Mein-Wohl-Orientierung hin zur Gemeinwohl-Orientierung“, sagt Bertram. Dafür müssten wir auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen und auch lernen, andere Standpunkte auszuhalten. Demokratie-Experte Heußner fordert zudem mehr Engagement: „Demokratie bedeutet auch Opferbereitschaft: Ich muss bereit sein, mich dauerhaft zu engagieren, ohne zu wissen, wo die Reise hingeht.“ >> jg
Über das Smartphone konnte sich das Publikum interaktiv in die Diskussion auf dem Podium einbringen.
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Auch nach der Veranstaltung diskutierten Publikum und Expert*innen weiter – bei Snacks und Getränken
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Ist Wasserstoff ein Schlüsselelement in der Mobilitätswende? Um diese Frage drehte sich die Future-on-Stage-Veranstaltung auf dem Campus Lingen. Im Individualverkehr wird Wasserstoff aufgrund seiner mangelnden Energieeffizienz keine Rolle spielen – da waren sich die Expert*innen Dr. Anne Schierenbeck, Professorin für Energiemanagement, Dr. Hans-Jürgen Pfisterer, Professor für elektrische Antriebe, Masterstudentin Lea Diekmann von der Hochschule Osnabrück, Dr. Tim Husmann von der H2-Region Emsland, Dr. Wolf-Peter Schill vom Deutschen Institut für Wirtschaft Berlin und Stefan Engelshove von Siemens Energy einig. Für die Industrie hingegen sehen die Gäste auf dem Podium viel Potenzial. Dabei werde das Emsland eine der führenden Regionen in der Wasserstoff-Herstellung sein, ist sich Husmann sicher. Um die Mobilitätswende und die Klimaneutralität bis 2045 zu schaffen, brauche es verschiedene Technologien. Entscheidend sei vor allem ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien. Denn: Energieeffizienz spiele in Privathaushalten noch eine zu kleine Rolle. Sich vom Luxus der unendlich verfügbaren Energie zu verabschieden, sei schwer. Aber: „Wir müssen nicht nur über Effizienz sprechen, sondern auch über Suffizienz“, sagt Schierenbeck und fordert für die Mobilitätswende auch mehr Fuß- und Radverkehr. >> jg
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Vertreter*innen aus der Praxis lieferten mit ihren Video-Statements beeindruckende Impulse
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Über diese Frage diskutierten am Campus Westerberg die Professor*innen für Pflegewissenschaft der Hochschule Osnabrück Dr. Stefanie Seeling und Dr. Andreas Büscher, Pflege dual Student Tim Meiners, Dr. Gisela Löhberg, Leiterin der Selbsthilfegruppe pflegende Angehörige Osnabrück, Prof. Dr. Iren Bischofberger von der Kalaidos Fachhoschule Zürich und Bernhard Sackarendt, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland e.V. in Niedersachsen.
4,1 Millionen Pflegebedürftige gab es 2019 in Deutschland, Tendenz steigend. 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen wurde 2019 zuhause gepflegt. In der Politik und Gesellschaft sei die häusliche Pflege jedoch kaum im Fokus. Löhberg hat selbst Pflegeerfahrung: „Angehörige zu pflegen bedeutet 24/7, 365 Tage im Jahr pflegende Angehörige zu sein.“ Dabei sei vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege schwierig. Andreas Büscher sieht die Arbeitgeber in der Pflicht: „Personalverantwortliche müssen die Gesetzeslage kennen und Betroffene entsprechend beraten und Unterstützung bieten.“ Auch in der professionellen Pflege sehen die Podiumsgäste viel Handlungsbedarf. Die Schere zwischen Bedarf und vorhandenen Pflegekräften werde immer größer. Gleichzeitig fehle es an gut bezahlten Stellen. Und: Die erhöhten Anforderungen an die Kompetenzen von Pflegenden werden vom Gesetzgeber noch immer nicht berücksichtigt. „Wir haben klare gesetzliche Vorgaben, wie viel Zeit eine Fachkraft für die Medikamentengabe hat. Aber hier wird die Zeit für die Interaktion mit den Menschen einfach nicht berücksichtigt“, sagt Stefanie Seeling. >> jg

Vertreter*innen aus der Praxis lieferten mit ihren Video-Statements beeindruckende Impulse
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Dakan im Interview

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Seit 2013 ist Prof. Dr. Alexander Schmehmann Dekan der Fakultät IuI. Wie sieht er die Zukunft der Fakultät und was beschäftigt ihn als Vizepräsident für Studium und Lehre im Blick auf die kommenden Jahre besonders?

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Herr Schmehmann, was ist aus IuI-Sicht die größte Herausforderung der nächsten Jahre und wie wird die Fakultät ihr begegnen?
Unsere größte Herausforderung wird die Bewerbungslage in den technischen Studiengängen sein. Genug motivierte und geeignete Studierende zu finden, ist bundesweit ein Problem. Das bekommen auch wir zu spüren. Hier geht es für uns um zwei Punkte: Erstens wollen wir mehr junge Leute auf unsere Studiengänge aufmerksam machen. Beim Studiengangsmarketing setzen wir auf das große Potenzial von Social Media. Vor Kurzem ist hier ein Pilotprojekt mit unseren werkstofftechnischen Studiengängen gestartet. Es geht auch um neue Zielgruppen. So versuchen wir mit dem Niedersachsen-Technikum, mehr junge Frauen zu gewinnen. Wir nehmen auch Studierende mit Migrationsgeschichte in den Fokus und entwickeln Angebote für technisch interessierte Jugendliche aus dem Ausland. Zweitens gilt es, für die Studierenden gerade in den ersten Semestern attraktive und motivierende Studienbedingungen zu schaffen. Es geht hier vor allem darum, die Identifikation mit dem Fach zu erhöhen. Technische Studiengänge haben zu Beginn viele theoretische Grundlagen. Es ist nicht immer klar, wo es in der Praxis hinführt. Vor drei Jahren haben wir ein Orientierungsmodul eingeführt, um gleich zu Beginn Perspektiven des gewählten Fachs aufzuzeigen. Aber das ist auch eine gesellschaftliche Frage: Wie stehen wir eigentlich zu Technik?

Welchen Beitrag wird die Fakultät IuI in den kommenden Jahren für die Gesellschaft leisten – abgesehen von der Ausbildung von Nachwuchskräften?
Neben der Lehre sind wir in Forschung und Transfer traditionell stark aufgestellt. Zum Beispiel sind wir dabei, noch einmal echte Sprünge in der Agrarsystem- und Landtechnik zu machen. Das kann man am Bau unseres Agro-Technicums und auch an unseren Berufungen festmachen. Diesen Trend sehe ich auch in anderen Bereichen. Gerade unsere Anwendungsorientierung ist das, was Unternehmen und die gesamte Gesellschaft brauchen. Gemeinsam werden wir weiter Innovationen voranbringen. Dazu gehört auch alles, was mit der Informatik – als Kerndisziplin der Digitalisierung – zu tun hat. Auch hier sind wir sehr forschungsstark, und das wird sicherlich so weitergehen.

Stichwort Digitalisierung: Die vergangenen Semester brachten auch in die Hochschullehre einen wahren Digitalisierungsschub. Was meinen Sie als IuI-Dekan und auch als Vizepräsident für Studium und Lehre: Wie wird das Studium im Jahr 2030 aussehen?
Ich bin sicher, dass wir vielfältigere Wege im Studium eröffnen müssen. Das gemeinsame Studieren am Campus ist in meinen Augen zwar immer noch der beste Weg, gerade was die Motivation angeht. Dieses „soziale Lernen“ wird in der Digitalisierungsdebatte häufig vergessen. Aber wir stellen auch fest, dass ein Teil der Studierenden durchaus Schwierigkeiten hat, das zeitlich hinzubekommen. Ein großer Faktor ist hier das selbstfinanzierte Studium. Dann gibt es noch diejenigen, die Pflegeverantwortung haben. In Summe sind es mindestens ein Drittel der Studierenden, die hier benachteiligt sind und für die wir auch andere Lernpfade ermöglichen sollten: sei es durch Vorlesungsaufzeichnung oder durch hybride Lehrveranstaltungen. Das Thema „Hörsaal der Zukunft“ ist technisch anspruchsvoll, aber sicher auch lösbar. Die diversitätsgerechte Lehre ist mir sehr wichtig, eines der wichtigsten Anliegen überhaupt. Hier gibt es noch vielfältige Möglichkeiten, die wir nicht ausgeschöpft haben. Im Hinblick auf die großen Akkreditierungswellen in den Fakultäten werden wir hier schon bald hochschulweit Impulse setzen. >> lw/jl
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Lage der Fakultät

IuI steht für „Ingenieurwissenschaften und Informatik“. Die zweitgrößte Fakultät der Hochschule Osnabrück genießt dank ihrer engagierten Mitglieder ein hohes Renommee im In- und Ausland.

86 Professorinnen und Professoren, 88 Angestellte, 10 Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie 120 Projektmitarbeitende sind in der IuI tätig. Rund 3.500 Studierende sind in 20 Bachelor- und acht Masterstudiengängen eingeschrieben.
86 Professorinnen und Professoren, 88 Angestellte, 10 Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie 120 Projektmitarbeitende sind in der IuI tätig. Rund 3.500 Studierende sind in 20 Bachelor- und acht Masterstudiengängen eingeschrieben.
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Das Studienangebot reicht von den Klassikern wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik und Verfahrenstechnik über Fahrzeug-, Dental-, Kunststoff- und Werkstofftechnik bis hin zu den technischen Design-Studiengängen, Studienangeboten in beruflicher Bildung sowie einem internationalen und einem berufsbegleitenden Maschinenbau-Programm.

„Das Studium bei uns ist anspruchsvoll“, sagt die Studiendekanin Prof. Dr. Sandra Rosenberger: „Es ist berechtigt: Schließlich müssen unsere Studierenden später mit ihrem technischen Know-how viele Herausforderungen meistern, vor denen wir heute stehen.“ IuI-Dekan Prof. Dr. Alexander Schmehmann stimmt ihr zu: „Ob Klimawandel, Energie- und Mobilitätswende, Digitalisierung oder neue Produkte und Software-Lösungen für unseren Alltag – in all diesen Bereichen brauchen wir Innovation.“ Gut und praxisnah ausgebildete Fachleute seien das A und O für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, so Schmehmann, der in der Personalunion Vizepräsident für Studium und Lehre ist.

Um Erstsemester auf das anspruchsvolle Studium einzustimmen, hat die Fakultät IuI schon vor Jahrzehnten Studienvorbereitungswochen etabliert. Hier können sich künftige Studierende kennenlernen, die Hochschule und die Stadt kennenlernen und ihre Mathematik- oder andere Fachkenntnisse auffrischen. Das anschließende Mentoring-Programm sorgt für eine gute Orientierung und die Bildung erster Netzwerke. Und wem die vielen Grundlagenfächer am Anfang schwerfallen, kann sich in einigen Studiengängen für die sog. „flexible Studieneingangsphase“ entscheiden: Dabei werden die Fachmodule des ersten Studienjahres auf drei Semester verteilt. Das „entschleunigte“ Studium mit vielen Übungen und Tutorien hat schon viele vor einem Studienabbruch bewahrt. Schließlich hilft das vor wenigen Jahren etablierte Modul „Orientierung und Methoden“ mit Exkursionen, Vorträgen von Fachleuten und auch Einblicken in die Systematik des Studienfachs, sich einen besseren Einblick ins Studium und mögliche Perspektiven nach dem Abschluss zu verschaffen.

Technisches Studium: vielfältig und anspruchsvoll

Beim Studium geht es nicht nur um theoretisches Wissen: Genauso wichtig sind Praktika in Laboren, verpflichtende Teilnahme an der Projektwoche, Teamarbeit in Semesterprojekten und auch Abschlussarbeiten in Unternehmen.

Überhaupt spielt Projektarbeit eine immer größere Rolle im technischen Studium: In Semesterprojekten lernt der technische Nachwuchs, komplexe Aufgaben in bunt gemischten Teams zielorientiert und pünktlich zu lösen. „Arbeit in Projekten statt in festgefügten Abteilungen prägt heute den Alltag in den meisten Unternehmen“, sagt Schmehmann. Deshalb war es ihm „ein Herzanliegen, dass wir vor drei Jahren nach dem Beispiel unseres Informatikbereichs Semesterprojekte als Pflichtfach für alle Fünftsemester eingeführt haben.“ Häufig erfolgt die Projektarbeit in Kooperation mit Unternehmen und Organisationen. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Projekte des fünften Semesters lassen sich genauso gut im Ausland absolvieren. Dieses „Mobilitätsfenster“ erleichtert die Organisation und die Anrechnung vom Auslandsstudium, das nun ohne Verlängerung der Studienzeit möglich ist.

All das sorgt für Spaß im Studium und garantiert, dass der Berufseinstieg reibungslos klappt: Die meisten Absolventinnen und Absolventen erhalten interessante Jobangebote bereits vor Studienabschluss.

Forschungsstärkste Fakultät der Hochschule: Entwicklungsarbeit in 47 Laboren

Viele IuI-Lehrende haben sich auch der Forschung verschrieben. In den 47 modern ausgestatteten IuI-Laboren werden interdisziplinäre Lösungen für die unterschiedlichsten Branchen entwickelt: Informatik, Materialwissenschaften, Design, Elektro-, Energie-, Fahrzeug-, Agrar- sowie Umwelt- und Verfahrenstechnik. Allein 2020 haben Teams der forschungsstärksten Fakultät der Hochschule Osnabrück 50 öffentlich geförderte und rund 350 Auftragsforschungsprojekte bearbeitet. Etwa 136.000 Euro pro IuI-Professur: Das aktuelle Drittmittelaufkommen in der Forschung liegt weit oben im Bundesdurchschnitt. 26 Doktorandinnen und Doktoranden werden zurzeit in kooperativen Promotionen betreut, viele Master-Studierende sammeln als Projektangestellte Praxiserfahrung.
Patentanmeldungen, Erfindungen und zahlreiche Veröffentlichungen sind Ergebnisse dieser Forschungsarbeit, an der auch Studierende teilnehmen.

Angesehene Konferenzen und Tagungen der Fakultät bringen Fachleute aus der Wirtschaft und Wissenschaft nach Osnabrück. Die Kooperation mit dem Schülerforschungszentrum Osnabrück wird genau so intensiv gepflegt wie die langjährige Zusammenarbeit mit regional und international tätigen Partnern. Die Kompetenzzentren COALA (Schwerpunkt: angewandte Agrartechnik); Industrie 4.0; Elektronik & Antriebstechnik; Energie; Leichtbau, Antriebstechnik und Betriebsfestigkeit; Mittelstand 4.0 sowie das USE-Institute for user systems engineering und das Niedersächsische Datenschutzzentrum sind gelungene Beispiele für Forschungsnetzwerke mit Unternehmen und Organisationen.

Themen „Internationalität“ und „Frauen in MINT“ im Fokus

Die Fakultät pflegt akademischen Austausch mit 70 Partnerhochschulen weltweit. Fünf Semesterkurse in englischer Sprache locken internationale Gaststudierende auf den Campus Westerberg. Das sog. „Mobilitätsfenster“ erleichtert den IuI-Outgoern die Organisation und Anrechnung vom Auslandsstudium während der regulären Studienzeit.

Neben dem Ausbau der Internationalität steht ein weiteres Ziel auf der Agenda der Fakultät: den Frauenanteil in technischen Berufen zu steigern. Dank dem erfolgreichen Orientierungsprogramm für (Fach-) Abiturientinnen „Niedersachsen-Technikum“ und der gezielten Ansprache potentieller Studentinnen ist IuI auf einem guten Weg: Heute studieren hier 90 Prozent mehr Frauen als vor zehn Jahren. Die Fakultät engagiert sich zudem im Professorinnen-Programm.

Dank ihrem breiten Spektrum und der großen Kompetenz in Lehre und Forschung, zahlreichen Kooperationen und vor allem dem hohen Einsatz ihrer Mitglieder ist die Fakultät IuI gut gerüstet für ihre Zukunftsaufgaben. >>lw

86 Professorinnen und Professoren, 88 Angestellte, 10 Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie 120 Projektmitarbeitende sind in der IuI tätig. Rund 3.500 Studierende sind in 20 Bachelor- und acht Masterstudiengängen eingeschrieben.
86 Professorinnen und Professoren, 88 Angestellte, 10 Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie 120 Projektmitarbeitende sind in der IuI tätig. Rund 3.500 Studierende sind in 20 Bachelor- und acht Masterstudiengängen eingeschrieben.
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Das jüngste Studienangebot der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik ist ein ganz besonderes: „Ingenieurwesen – Maschinenbau“, kurz INGflex, ist der erste berufsbegleitende Studiengang der Fakultät. Entstanden aus dem Bund-Länder-Programm „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, nimmt der Studiengang seit dem Wintersemester 2016/17 berufstätige Frauen und Männer auf. Angeboten werden aktuell drei Studienrichtungen: Allgemeiner Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Ingenieurpädagogik. Die Studiendauer beträgt neun Semester. „Der INGflex-Studiengang gleicht inhaltlich dem Vollzeitstudium Maschinenbau und vermittelt die gleichen Kompetenzen“, betont der Studiengangsbeauftragte Prof. Dr. Eberhard Wißerodt: „Organisatorisch ist er aber auf die Bedürfnisse der berufstätigen Studierenden zugeschnitten – Lehrveranstaltungen finden alle 14 Tage am Wochenende statt.“ Absolventinnen und Absolventen übernehmen in ihren Unternehmen neue Aufgaben oder finden – meist kurz nach dem Abschluss – eine andere Arbeitsstelle entsprechend ihrer höheren Qualifikation.
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Start-up

Hauke Rehme-Schlüter, Katharina Rehme-Schlüter und Julian Hörnschemeyer: Diese drei Absolventen der Hochschule Osnabrück stehen hinter dem Start-up Regioshopper. Es entwickelt Soft- und Hardware für regionale Gemüsehändler*innen.

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37,6 Prozent der Deutschen bevorzugen regionale Produkte, Tendenz steigend. Das geht aus der Allensbacher Markt- und Werbeanalyse 2020 hervor. Die regionale (Gemüse-)Versorgung in der Stadt ist allerdings gar nicht so einfach. „Bewohner*innen von Mehrparteienhäusern mitten in der Innenstadt sollen nicht auf ihren regionalen Einkauf, der bis vor die Haustür geliefert wird, verzichten müssen. Das frische Gemüse auf der Straße oder an einen Ablageort abstellen zu lassen, ist allerdings in stark frequentierter Lage keine Option“, erklärt Hauke Rehme-Schlüter. Um auch Städter*innen trotzdem mit saisonalen Lebensmitteln aus der Region zu beliefern, entwickelt das Hochschul-Start-up Regioshopper gekühlte Packstationen, die an zentralen Orten in der Stadt aufgestellt werden sollen.

Das Konsumverhalten hat sich geändert

„Die Packstationen sind ähnlich wie die DHL-Packstation aufgebaut“, so Katharina Rehme-Schlüter. Hier kann mittels Zahlencode die frische Ware zu jeder Zeit abgeholt werden. „Bisher fahren Lieferservices jeden Tag ein anderes Dorf an. Das heißt: Käufer*innen müssen wochenweise planen, was sie kochen wollen. Doch das Konsumverhalten hat sich geändert: Viele Menschen planen nicht langfristig, sondern gehen oft noch am gleichen Tag für das Abendessen einkaufen.“ Julian Hörnschemeyer ergänzt: „Mit unseren Packstationen ist es möglich, auch die regionale Gemüsekiste täglich frisch zu bestellen. Unsere Vision: Bestelle in der Frühstückspause, und hole dir die Gemüsebox um 16 Uhr nach der Arbeit ab.“ Auch für die Gemüsehändler*innen lohne sich das Modell: Viele Kund*innen können in kurzer Zeit sogar mehrfach in der Woche beliefert werden.

Eigentlich wollten sich Hauke Rehme-Schlüter und seine Frau Katharina Rehme-Schlüter mit ihrem Hobby – dem Gärtnern – selbstständig machen. Doch das Angebaute im eigenen Hofladen zu vertreiben, war für das Ehepaar keine Option. „Dann ist uns die Idee gekommen, die Soft- und Hardware für Gemüselieferdienste zu entwickeln. Und jetzt entwickeln wir Onlineshops, Verwaltungs- und Lagersoftware oder auch die Liefersoftware, die für die Auslieferung im Transporter eingesetzt wird“, erzählt Hauke Rehme-Schlüter.

Er und seine Frau lernten sich im Bachelor Technische Informatik an der Hochschule Osnabrück kennen. Im Masterstudiengang „Informatik - Verteilte und mobile Anwendungen“ kam dann Julian Hörnschemeyer dazu. „Das Studium ist sehr praxisnah und hat uns auf große Projekte und Ideen wie diese gut vorbereitet“, blicken die drei Softwareentwickler*innen zufrieden auf ihre Zeit an der Hochschule Osnabrück zurück.

Für ihre Idee hat das Gründungsteam das niedersächsische Gründungsstipendium erhalten. Es ermöglicht ihnen, Zeit und Energie in ihr Start-up zu stecken. Im Osnabrücker Start-up-Zentrum Seedhouse feilen die drei weiter daran. Mit einem Pilotkunden in Münster wurden im Vorjahr die ersten Kühlboxen in der Nachbarstadt aufgestellt. >> js

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Erinnerungen

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Promovierenden-Interview

Promovendin, Entwicklungsingenieurin und Verwaltungsprofessorin: Monika Strickstrock geht konsequent ihren Weg im Forschungs- und Arbeitsfeld der Dentaltechnologie.

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Was genau untersuchen Sie in Ihrer Doktorarbeit?
Ich befasse mich mit Keramikimplantaten aus Zirkoniumdioxid, die noch verhältnismäßig selten eingesetzt werden. Es gibt zurzeit rund 2.000 Arten von Zahnimplantaten auf dem deutschen Markt. Sie alle unterscheiden sich in Form, Material, Größe und Oberflächeneigenschaften. Das Besondere an Zirkoniumdioxid ist, dass diese Hochleistungskeramik sehr beständig gegen Säuren und auch widerstandsfähig gegen thermische und mechanische Einflüsse ist. Deshalb kommt sie bereits in medizinischen Implantaten und Prothesen zum Einsatz, aber auch in Brennstoffzellen sowie in Automobil-, Möbel- oder Nagellacken, um deren Kratzfestigkeit zu erhöhen. Als Zahnkeramik wird Zirkoniumdioxid immer wichtiger, denn im Vergleich zum derzeit führenden Implantatwerkstoff Titan bietet diese Keramikart nicht nur ästhetische Vorteile, sondern auch bessere Einheilungschancen im Mund. Mein Ziel ist, ein Implantatsystem zu entwickeln, das aufgrund seiner besonderen Oberflächenstruktur eine beschleunigte Einheilung garantiert und zudem fest, langzeitstabil, ästhetisch und kostengünstig ist.

Wie sieht Ihre „normale“ Arbeitswoche aus?
Arbeits- und erlebnisreich (lacht). Von Montag bis Mittwoch arbeite ich als Entwicklungsingenieurin bei der Firma Moje Keramik-Implantate. Ich kenne das Thüringer Unternehmen schon seit 2007, aus meinen Studienzeiten, und bin dort nun für die Analytik der Implantate und Optimierung von Prozessabläufen zuständig. Je nach Corona-Lage bin ich vor Ort oder im Home-Office tätig. Donnerstags und freitags stehen Vorlesungen, Seminare, Projekte und Praktika an, denn seit 2019 habe ich eine Verwaltungsprofessur für keramische Beschichtungen und metallische Dentalwerkstoffe inne. Parallel arbeite ich am Abschluss meiner Promotion. Die Arbeitsbelastung ist natürlich groß. Es ist schon eine Herausforderung, eine gute Balance aus allen drei Gebieten zu finden. Aber ohne zu übertreiben: Ich lebe für das Thema und arbeite sehr gern und intensiv. Ich freue mich sehr, dass wir einen guten Mittelweg gefunden haben, sowohl mit meiner Vorgesetzten, Prof. Dr.-Ing. Isabella-Maria Zylla, und mit der Firma Moje als auch mit Prof. Dr.-Ing. Klaus Liefeith vom Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (IBA) Heilbad Heiligenstadt und meiner Doktormutter Prof. Dr.-Ing. habil. Edda Rädlein von der TU Ilmenau. Zumindest an einem halben Tag am Wochenende bin ich nun „offline“ und gehe meinen Hobbys nach: Fotografieren und Inliner fahren. Dieser Ausgleich ist nach einer arbeitsintensiven Woche sehr wichtig für mich.

Ein immenser Krafteinsatz als Entwicklungsingenieurin, Verwaltungsprofessorin und Doktorandin – bekommen Sie seitens der Hochschule Unterstützung?
Ja, und dafür bin ich sehr dankbar. Bei der Anfertigung meiner Dissertation in Osnabrück, Ilmenau und Heiligenstadt wurde ich drei Jahre lang mit den Mitteln des sogenannten Professorinnen-Programms zur „Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses“ von Bund und Ländern gefördert. Neben der Absicherung der Finanzierung bot das Programm auch eine tolle Plattform zum Austausch unter Gleichgesinnten: Mit anderen Doktorandinnen nahm ich an einem Promotionscoaching teil. Es war ein wertvoller Austausch in einem sicheren Raum. Auch wenn unsere Forschungsthemen weit auseinanderlagen, waren viele Erfahrungen und Herausforderungen ähnlich, wir konnten uns gut gegenseitig unterstützen. Zurzeit wird bei der Lehrplanung Rücksicht auf meine Berufstätigkeit genommen, dass meine Lehrveranstaltungen in der zweiten Wochenhälfte stattfinden, macht die Kombination verschiedener Arbeitsschwerpunkte erst möglich.

Welche Eigenschaften sind nach Ihrer Erfahrung unbedingt erforderlich, um eine kooperative Promotion erfolgreich zum Abschluss zu bringen?
Bei einer solchen Kooperation steht der Praxisbezug klar im Vordergrund. Ein anwendungsorientiertes Thema, für das man zumindest zum Teil brennt, Liebe zum Fach und Freude an der Lehre – im Idealfall geht es um dieses Gesamtpaket. Disziplin, Ehrgeiz, Neugier sind bei einer Promotion in meinen Augen unabdingbar und auch Reisebereitschaft, Ausdauer und Optimismus.

Was ist Ihr Ziel nach der Promotion?
In der Zukunft würde ich gern den dentalen Forschungsbereich hier an der Hochschule weiter ausbauen. Dank vielen Projekten mit wissenschaftlichen und Industriepartnern sind wir hervorragend vernetzt und konnten gute Geräte für die Erforschung von Dentalkeramik erwerben. Die Basis ist also da. Auch wenn ich mehrere attraktive Angebote aus der Industrie und außeruniversitären Forschungseinrichtungen habe, schlägt mein Herz für die Dentaltechnologie hier in Osnabrück. >>lw

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Studentisches Projekt

Es ist eines der längsten studentischen Projekte der Hochschule Osnabrück und zugleich eines der innovativsten: der Rennwagenstall des Ignition Racing Team electric (IRTe).

 Christopher Sieh, Medieninformatikstudent an der Hochschule Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Ignition Racing Team electric.
Christopher Sieh, Medieninformatikstudent an der Hochschule Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Ignition Racing Team electric.
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Seit 15 Jahren tüfteln Studierende am Campus Westerberg an eigenen Rennwagen für den internationalen Wettbewerb „Formula Student“. Dabei gewinnt nicht das schnellste Auto, sondern das beste Gesamtkonzept aus dynamischen und statischen Disziplinen – wie Vermarktung oder Engineering Design. Gegründet an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI), zählt das Team heute Studierende fast aller Fakultäten zu seinen Mitgliedern. „Motorsport ist ein Teamsport und Fahrzeugentwicklung eine fachübergreifende Aufgabe“, sagt Prof. Dr. Christian Schäfers, Mentor und „riesengroßer Fan“ des Ignition Racing Team electric, kurz: IRTe.

Innovation wird beim IRTe großgeschrieben: Das Ziel des Teams ist, Rennautos noch leichter, schneller und nachhaltiger zu machen. War der erste Bolide noch eine Gitterrohr-Stahlkonstruktion, so ist heute ein einteiliges Gestell aus leichtem, carbonfaser-verstärktem Kunststoff „State of the Art“. Die ersten Rennwagen waren mit einem Verbrennungsmotor bestückt. Seit 2011 sorgt ein Elektromotor für Vortrieb.

Das Osnabrücker Team konnte in Deutschland, Spanien und den Niederlanden Erfolge verzeichnen. Mehrfach wurde es für das beste Rennauto aus einer deutschen Fachhochschule ausgezeichnet. 2015 wurde das IRTe drittbestes deutsches Team, 2016 erreichte es die höchste Gesamtpunktzahl der Teamgeschichte.

2021 soll erstmals ein autonomer Rennwagen bei einem „fahrerlosen Wettbewerb“ an den Start gehen. „Wir fahren die gleichen Disziplinen wie mit dem Elektro-Rennwagen – nur ohne Fahrer“, erzählt Christopher Sieh. Der Medieninformatikstudent und Vorstandsvorsitzende des IRTe bearbeitet das Thema in seiner Bachelorarbeit.

Die Integration des IRTe in das Studium sei immer stärker gewachsen, so der Gesamtteamleiter: „Mit Haus-, Projekt- und Abschlussarbeiten können Mitglieder ihre Leistungen im Team ins Studium einbauen.“ Unterstützung bekommt der Rennstall von den Lehrenden, der Betriebswerkstatt, der Poststelle und nicht zuletzt von der gesamten Hochschulleitung. Die jährliche Finanzspritze aus den Studienqualitätsmitteln sorgt für eine bessere Planbarkeit. Ein Highlight in diesem Jahr ist der Umzug in eine größere Halle – für das Team ist sie mietfrei. >> lw

Viele Unternehmen der Region unterstützen das studentische Team finanziell.
 Christopher Sieh, Medieninformatikstudent an der Hochschule Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Ignition Racing Team electric.
Christopher Sieh, Medieninformatikstudent an der Hochschule Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Ignition Racing Team electric.
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Wünsche

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Neubau

Eine der modernsten Forschungsinfrastrukturen für Agrarsystemtechnik und Feldrobotik in Europa steht am Campus Westerberg kurz vor der Fertigstellung, wie die Aufnahme aus dem Frühjahr 2022 zeigt. Im Sommer 2019 fiel der Startschuss zum Bau für das multifunktionale Forschungszentrum. Schon seit einigen Monaten wird hier mittlerweile gelehrt und geforscht. Das Gebäudeensemble umfasst eine Multifunktionshalle (660 Quadratmeter), ein Laborgebäude (500 Quadratmeter) sowie das „Agro-Technicum“ (die weiße Halle links), eine etwa 900 Quadratmeter große Versuchshalle mit einem unmittelbar angrenzenden Versuchsfeld. Mit 3,9 Millionen Euro ist es der teuerste Einzelposten im gesamten Bauvorhaben. Davon stammen rund zwei Millionen Euro aus EFRE-Mitteln (Förderrichtlinie „Innovation durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen“). Das Land übernimmt rund 1,4 Millionen Euro, und 534.000 Euro werden aus Eigenmitteln aufgebracht. Das Versuchsfeld ermöglicht das sofortige und effiziente Testen innovativer Technologien im Außenbereich in direkter Nachbarschaft der Versuchsstände und Entwicklungslabore. Landwirtschaftliche Trägerfahrzeuge, autonome Feldroboter oder auch selbstfahrende Landmaschinen werden hier ihre ersten Runden drehen und unter realen Bedingungen geprüft. Wissenschaftler*innen der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Agrarwissenschaft werden sich an diesem Ort künftig gemeinsam Fragen zur Zukunft der Landwirtschaft widmen und gleichzeitig eine praxisnahe Ausbildung im Studium ermöglichen. >> jg
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Überblick

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Dekan im Interview

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Herr Lehmann, was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die Fakultät AuL in den nächsten zehn Jahren?

Die Sicherstellung unserer Studienplatznachfrage wird eine der großen Herausforderungen sein. Dafür müssen wir die Anschlussfähigkeit unserer Studiengänge an die Lebens-, Arbeits- und Zukunftswünsche unserer potenziellen Studierenden gewährleisten. Gleichzeitig müssen wir auch die dafür benötigten Lehrenden haben, denn sie stehen für die gute Lehre, die wir brauchen. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften wollen wir Lehrende gewinnen, die mit Expertise aus dem Berufsfeld ihrer Branchen und für die Tätigkeit in der Lehre überzeugen. Darüber hinaus brauchen wir aber auch die visionäre Kraft, nicht nur die Studiengänge voranzubringen, sondern gleichzeitig auch Impulse in unseren Branchen zu setzen. Was werden Fähigkeiten sein, die die AuL in den kommenden Jahren ihren Studierenden auf den Weg geben kann? Sowohl im Agrar- als auch im Landschaftsarchitekturbereich werden wir künftig weiterhin fachwissenschaftliche Grundlagen vermitteln und dabei gleichzeitig auch die Zusammenhänge biologischer, ökologischer, ökonomischer und soziologischer Systeme lehren. Außerdem bewegen wir uns sowohl im Agrar- als auch im Landschaftsbereich in Themenkomplexen, die zukünftig zunehmend divers betrachtet werden müssen. Dies sind nicht nur regionale und nationale Themen, sondern sie sind mit vielen Wechselwirkungen im internationalen Kontext zu sehen. Es wird aber auch darum gehen, dass wir Neugierde, Kommunikationsfähigkeit, wissenschaftliche Sorgfalt sowie Souveränität im Umgang mit digitalen Möglichkeiten vermitteln.

Blicken wir auf die Bereiche Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung: Welche Aspekte muss die Hochschule hierbei in den nächsten Jahren verstärkt in den Blick nehmen?

Es werden weiterhin Forschungsansätze, Anträge und Konsortien erfolgreich sein, die möglichst interdisziplinär zusammengesetzt sind und eine starke Transferkomponente beinhalten. Das heißt auch, sich mit einem Thema zu beschäftigen, das nicht nur im Elfenbeinturm eine Bedeutung hat, sondern tatsächlich zu Veränderungen in unserer Region und darüber hinaus auch in unserer Gesellschaft führen wird. Nicht nur im Bereich Agrar, sondern auch im Bereich der Landschaftsarchitektur ist zudem die Nachwuchsgewinnung eine wirkliche Herausforderung. Generell müssen wir noch stärker in das Wechselspiel mit unserem Umfeld treten: Wir brauchen professoralen Nachwuchs für unsere Studiengänge. Wir müssen Promotion und Lehrerfahrung ermöglichen und dabei den Austausch mit der Wirtschaft weiter forcieren.

Welchen gesellschaftlichen Beitrag kann die Fakultät in den nächsten Jahren leisten?

Wir sind am Campus Haste in vielen Bereichen fachlich sehr gut aufgestellt, um die Folgen des Klimawandels und den damit verbundenen Themen entgegenzutreten. Landschaft im weitesten Sinne zukunftsfähig zu gestalten, ist ein wichtiger Punkt. Neben der Ernährungssicherung und der Sicherung der Lebensqualität wird mit Blick auf den Klimawandel die generelle Überlebensfähigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Es gilt, Landnutzung und Landschaft aus den vielfältigen Perspektiven zu betrachten: Ausgleich für Ballungsräume zu schaffen, Beiträge zur nachhaltigen Agrarwirtschaft zu leisten sowie in den Bereichen Ernährung und Lebensmittelproduktion neue Protein- und Nahrungsmittelquellen zu erproben und zu entwickeln. Diese Themen ein Stück weit mehr in die Balance von Wirtschaft und Natur zu bringen und miteinander zu verbinden - all das kann hier am Campus Haste geleistet werden. >> rm
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Lage der Fakultät

Ob neue Apfelsorten, Tierwohlfragen oder Lösungen für eine klimaresiliente Stadt: Am Campus in Haste arbeiten Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende an zukunftsträchtigen Themen mit einem hohen Praxisbezug.

Das Zusammenspiel aus Lehre und Forschung ist ein  wesentlicher Faktor für den guten Ruf der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Aber bei weitem nicht der Einzige.
Das Zusammenspiel aus Lehre und Forschung ist ein wesentlicher Faktor für den guten Ruf der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Aber bei weitem nicht der Einzige.
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„Studierende an unserer Fakultät haben die Möglichkeit, entlang der gesamten grünen Wertschöpfungskette zu studieren. Dieses Angebot macht unseren Standort so attraktiv und auch fast einzigartig in Deutschland“, erläutert Prof. Dr. Ralf Waßmuth, Studiendekan an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Die Lehreinheit Agrarwissenschaften beschäftigt sich in ihren unterschiedlichen Studiengängen mit der Ur-Erzeugung - Landwirtschaft, Gartenbau und Pflanzentechnologie - über die Vorleistungsindustrie - Futter- und Düngemittel - bis hin zur Lebensmittelherstellung. Hierzu zählen auch die Lebensmittelverarbeitung und der Vertrieb. Die Lehreinheit Landschaftsarchitektur umfasst die Schwerpunkte der Landschafts- und Regionalentwicklung, des Landschaftsbaus und der Freiraumplanung. Rund 2.800 Studierende sind in elf Bachelor- und sechs Masterstudiengängen eingeschrieben und erhalten durch verschiedene Bausteine eine sehr anwendungsbezogene Ausbildung. Hierzu trägt unter anderem die gute Infrastruktur bei: Auf dem Lehr- und Versuchsbetrieb Waldhof werden pflanzenbauliche und tierproduktionstechnische Fragen untersucht. Das WABE-Zentrum nutzt der Studienbereich Ökotrophologie.

Gute Infrastruktur und funktionierende Netzwerke

Die Fachgebiete Obst-, Gemüse-, Zierpflanzenbau, Baumschule, Pflanzenzüchtung und Samenbau, Pflanzenernährung sowie Phytopathologie arbeiten auf den Flächen des Lehr- und Versuchsbetriebes Gartenbau, die direkt am Campus oder in näherer Umgebung angesiedelt sind. Das Lehr- und Forschungszentrum Lebensmittelwissenschaften wiederum beherbergt ein maßgeschneidertes Technikum mit Laboren für Lebensmittelphysik, Mikrobiologie und instrumentelle Analytik. Ein weiteres Beispiel für die Lehr- und Forschungsstärke des Campus ist der Neubau einer hochmodernen Indoor-Vertical-Farm (IVF) mit Dachgewächshaus und Labor, die derzeit direkt auf dem Campus entsteht. Der parkähnliche Campus fungiert zugleich als Lehr- und Versuchsbetrieb der Landschaftsarchitektur. Enge Zusammenarbeit mit regionalen Interessengruppen bringt viele Vorteile. Neben der guten Infrastruktur ist die enge Verbindung zu regionalen Unternehmen und Verbänden für alle Akteur*innen ein weiterer Gewinn. Studierende können ihr erlerntes Wissen direkt anwenden und knüpfen erste Kontakte für ihr späteres Berufsleben. „Gleichzeitig können unsere Lehrenden ihrer Forschung nachgehen und die Unternehmen erhalten praxisrelevante Ergebnisse, mit denen sie wiederum hervorragend weiterarbeiten können“, erläutert Dekan und Vizepräsident Prof. Dr. Bernd Lehmann. Die Fakultät bietet seit Jahren erfolgreich spezielle Weiterbildungsveranstaltungen wie zum Beispiel die Osnabrücker Kontaktstudientage Gartenbau, Pflanzentechnologie und Landschaftsarchitektur an, 2021 in der fünfzigsten Auflage.

Erfolgsgarantin Interdisziplinarität

Wie innovativ das Thema Forschung an der grünen Fakultät ist, zeigt ein Blick auf die Binnenforschungsschwerpunkte der Hochschule. Zum einen brachten elf Professorinnen und Professoren der Fakultät von 2014 bis 2019 ihre Kernkompetenzen in das Projekt „Urbane AgriKultur als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt“ ein. Ebenfalls fakultätsübergreifend ist der Schwerpunkt „EN ROUTE“ angelegt, der 2021 bewilligt wurde. Das Projekt widmet sich der Gestaltung von nachhaltigen und resilienten Bildungslandschaften für Lehrende, Mitarbeitende und Studierende in physischen und virtuellen (Lern-)Räumen. Im Food Future Lab wiederum – gefördert durch die Aloys und Brigitte Coppenrath Stiftung und die Dieter Fuchs Stiftung – forscht ein Team aus Lehrenden, Studierenden und Praxispartnern zu nachhaltigen Innovationen im Lebensmittelbereich. „Zwei Megatrends prägen die Zukunft von Lebensmitteln“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Enneking die Hintergründe. „Zum einen Klimaschutz und Ressourcenverbrauch, zum anderen Digitalisierung und Verbrauchertrends.“ Das Land Niedersachsen unterstützt die Hochschule dabei und fördert auch an der Fakultät AuL das Thema Digitalisierung durch entsprechende Professuren. Für das Thema „Smart Farming“ in einer smarten Region sieht sich die Hochschule als wichtige Ansprechpartnerin und Impulsgeberin für die Zukunft. >> rm
Das Zusammenspiel aus Lehre und Forschung ist ein  wesentlicher Faktor für den guten Ruf der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Aber bei weitem nicht der Einzige.
Das Zusammenspiel aus Lehre und Forschung ist ein wesentlicher Faktor für den guten Ruf der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Aber bei weitem nicht der Einzige.
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Der Bachelorstudiengang Baubetriebswirtschaft wird seit dem Wintersemester 2020/21 angeboten und ist damit der jüngste an der Fakultät AuL. Schon seit 2009 gibt es den Studiengang Baubetriebswirtschaft dual. Die Inhalte dieser dem Bauingenieurwesen zuzuordnenden Studiengänge sind vergleichbar: In den ersten Semestern werden mathematische, natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen vermittelt. Der Schwerpunkt liegt dann auf den Bereichen Baubetrieb, Projektmanagement und Betriebswirtschaft. Absolvent*innen sind für den Arbeitsmarkt interessant, weil sie Bauvorhaben technisch und wirtschaftlich leiten können. Spannend für die Studierenden ist, dass auch Kenntnisse aus zukunftsweisenden Bereichen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Bauwesen thematisiert werden. Kennzeichnend für den Standort Osnabrück sind die kleinen Studierendengruppen und der hohe Praxisbezug, der durch Projektarbeit und Ingenieurpraktika erlangt wird.
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Start-up

Zwei Absolventen der Hochschule wollen mit ätherischen Ölen das Tierwohl verbessern. Bei Landwirt*innen stoßen sie damit auf großes Interesse.

Der AeroDiff besteht aus Sender und dem Empfänger. Außerhalb des Stalles kann die Menge gesteuert werden, sodass eine präzise Dosierung und Verteilung ätherischer Öle möglich ist.
Der AeroDiff besteht aus Sender und dem Empfänger. Außerhalb des Stalles kann die Menge gesteuert werden, sodass eine präzise Dosierung und Verteilung ätherischer Öle möglich ist.
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„Viele Dinge in der Tierhaltung sind tierspezifisch. Aber jede Tierart braucht mindestens drei Dinge: gutes Futter, gutes Wasser und gute Luft. Letzteres beeinflussen wir mit unserem Produkt, das es in dieser Form bislang nicht gab“, erklärt Victor große Macke, der Gründer von Farmerscent. Mit Co-Gründer Alexander Grunwald will große Macke landwirtschaftlichen Betrieben helfen, weniger Antibiotika einzusetzen. Das Produkt AeroDiff ist ein schwarzes Gehäuse, das eine austauschbare Kartusche enthält und in einem Stall aufgehängt wird. Die Kartusche ist mit ätherischen Ölen gefüllt und gibt, je nach Wunsch des Landwirts, einen anderen Duft ab: „Es geht nicht darum, dass es in den Ställen gut riechen soll, sondern um die Inhaltsstoffe. Mit Lavendel lässt sich beispielsweise das Stresslevel der Tiere senken. Wohingegen mit Eukalyptus gearbeitet wird, um Erkältungen bei den Tieren vorzubeugen“, erklärt große Macke.

Landwirt trifft Informatiker

Große Macke ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden, hat eine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen und anschließend das Bachelorstudium Agribusiness erfolgreich absolviert. Schon während seiner Ausbildung hat er festgestellt, dass ätherische Öle ein großes Potenzial besitzen, um das Tierverhalten zu beeinflussen. Eine Lösung hatte er da noch nicht entwickelt. Das änderte sich, als er seinen heutigen Geschäftspartner kennenlernte. Grunwald, gelernter Elektroniker, hat einen Bachelor in Elektrotechnik und einen Master in Informatik erfolgreich abgeschlossen. Insbesondere seine Expertise in der Prototypenentwicklung hat den beiden bei der Entwicklung des Produkts sehr geholfen. Bei einem zufälligen Gespräch auf einer Messe erläuterte große Macke seine Geschäftsidee, die ihn seit seiner Ausbildung umtreibt. „Einen Tag später hat Alexander mir Bilder von den ersten Teilen geschickt, die er aus dem 3D-Drucker gezogen hat. Ich war erstmal baff“, sagt große Macke. „Ich war beeindruckt, weil ich von dieser technischen Herangehensweise, der Elektronik und der Programmierung, bislang keine Ahnung hatte. Meinen ersten Prototypen habe ich aus Holz zusammengezimmert.“ Die beiden sind nicht nur Absolventen der Hochschule, sondern arbeiten auch weiter eng mit ihr zusammen: Beispielsweise mit Prof. Dr. Angela Hamann-Steinmeier, Professorin für Bioverfahrenstechnik, mit denen Farmerscent ein Projekt zur Vernebelung von Bakterien zur Steigerung der Tiergesundheit durchgeführt hat. Oder mit Prof. Dr. Karin Schnitker, Professorin für Unternehmensführung im Agrarbereich, die mit Farmerscent ein Forschungsprojekt zur Entwicklung und Evaluation einer Markteinführungsstrategie wissenschaftlich begleitet hat. Wichtig für das Unternehmen war der Einzug in das Seedhouse Osnabrück, in dem Start-ups ihre Geschäftsideen vorantreiben. „Als es um die Entwicklung eines Prototyps ging, haben wir finanzielle und fachliche Unterstützung bekommen, die uns sehr geholfen haben. Generell bringt uns der Austausch mit anderen Start-ups weiter, weil wir häufig ähnliche Herausforderungen meistern müssen“, erklärt Grunewald. Demnächst wird es im Seedhouse allerdings nicht mehr nach Lavendel und Eukalyptus riechen, denn Farmerscent zieht in ein eigenes Büro – der Klimawandel im Stall geht aber weiter. >> rm
Der AeroDiff besteht aus Sender und dem Empfänger. Außerhalb des Stalles kann die Menge gesteuert werden, sodass eine präzise Dosierung und Verteilung ätherischer Öle möglich ist.
Der AeroDiff besteht aus Sender und dem Empfänger. Außerhalb des Stalles kann die Menge gesteuert werden, sodass eine präzise Dosierung und Verteilung ätherischer Öle möglich ist.
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Verbindung zur Fakultät

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Interview Promovend

Um in der Landschaftsarchitektur Ideen zu generieren, gibt es verschiedene Werkzeuge wie Skizzen, Modelle oder Computerprogramme. Daniel Theidel arbeitet in seiner Promotion heraus, inwiefern die Wahl des Werkzeugs Einfluss auf den Entwurfsprozess nimmt.

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Herr Theidel, der Titel Ihrer Arbeit lautet „Physisch-digitale Werkzeuge im landschaftsarchitektonischen Entwurfsprozess“. Was ist ein Entwurfsprozess in der Landschaftsarchitektur?
Der Kern der Landschaftsarchitektur liegt im Entwurf. Für mich bedeutet ein Entwurf, dass man seine Ideen, wie man ein Problem löst, entwickelt und mit anderen kommuniziert. Der Entwurfsprozess ist eigentlich ein Prozess im Prozess, der sich wie ein Kreislaufsystem gliedert: denken, machen, wahrnehmen, reflektieren. Danach geht es wieder von vorne los. Die Wichtigkeit des Entwurfs lässt sich gar nicht hoch genug einschätzen.


Wo genau setzen Sie dann mit Ihrer Dissertation an?
Ich möchte dazu ermutigen, dass der Reflexionsprozess noch viel mehr an Bedeutung gewinnen sollte. In der Praxis funktioniert es häufig so: Ein Landschaftsarchitekturbüro soll eine Parkanlage entwerfen. Um ein erstes Ergebnis zu erzielen, bevorzugen die einen Computerprogramme, andere arbeiten lieber mit Skizzen oder Modellen. Die Werkzeuge, die zur Problemlösung genutzt werden, grenzen auch immer ein bzw. begünstigen etwas. Wenn ich beispielsweise eine Skizze anfertige, dann fällt es mir vielleicht schwer, die Atmosphäre der Parkanlage zu beschreiben. Deswegen würde sich bei diesem Entwurf ergänzend vielleicht auch ein Text anbieten. Ich möchte herausarbeiten, dass es nicht sinnvoll ist, stur einem Pfad zu folgen, sondern verschiedene Möglichkeiten auszuloten, das Ziel zu erreichen. Ich betrachte dabei besonders Werkzeuge, die sowohl digital als auch physisch genutzt werden können.


Wie gehen Sie dabei vor?
Ich habe verschiedene Methoden: Beispielsweise führe ich Interviews mit Expertinnen und Experten und versuche herauszuarbeiten, wie sie mit Entwurfswerkzeugen umgehen. Unter anderem habe ich mit einem Landschaftsarchitekturbüro gesprochen, das einen Pocket-Park (Anm. d. Red.: sinngemäß übersetzt „Westentaschen-Park“ ein Miniatur-Grünraum zwischen dicht gebauten Gebäuden) auf einem Firmencampus entworfen hat. Sie haben mit einem computergestützten Programm einen Entwurf für die Pflasterung entwickelt, aber es gab keine Möglichkeit, diese Idee mit einem bereits existierenden Produkt umzusetzen. Sie mussten sich also eine eigene Herstellungsmethode überlegen, was insgesamt sehr aufwendig war.


Was konnten Sie aus dem Interview mitnehmen?
Meine Vermutung war, dass in Verbindung mit der Möglichkeit der Umsetzung durch computergestützte Fertigungsverfahren der Horizont erweitert wurde. Denn die eigentliche Umsetzung war schon sehr aufwendig und wäre unter anderen Voraussetzungen, beispielsweise einer Skizze, vielleicht gar nicht in Betracht gezogen worden. Erst durch die Kombination aus Fertigungsverfahren und einem Computermodell entstand das überzeugende Projekt.


Welche Rolle spielt die Hochschule in Ihrer Dissertation?
Ich habe hier meinen Bachelor Freiraumplanung gemacht und damit die Grundlage für meine Karriere als Landschaftsarchitekt gelegt. Während meiner Promotion ist zum Beispiel die Erfahrung von Professor Norbert Müggenburg in der Entwurfslehre inspirierend und sehr wertvoll. Der Umgang mit analogen und digitalen Modellen hat auch für ihn eine große Bedeutung, wobei er den Studierenden viel Raum gibt. Deswegen bekomme ich methodisch immer wieder neue Impulse und kann so meine Arbeit vorantreiben. >> rm
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Wünsche an die Fakultät

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Studentisches Projekt

Ökotrophologie-Studentin Anika Gescher absolviert ein Projekt bei einer NGO in Mwanza, die sich insbesondere in den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit sowie für angemessene Wohn- und Lebensräume engagiert.

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Ernährung aus der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Perspektive beleuchten: All das vereint Anika Gescher in ihrem berufspraktischen Projekt, das sie im Rahmen ihres Studiums der Ökotrophologie absolviert. In dieser Zeit arbeitet Gescher für die NGO Tanzania Home Economics Association (TAHEA) in Mwanza, der zweitgrößten Stadt Tansanias. TAHEA unterstützt ressourcenschwache Gemeinden, Familien und Frauen in der Region Mwanza dabei, ihre Lebensbedingungen sozial und ökonomisch zu verbessern. Die Projekte konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Bildung, Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit sowie angemessenen Wohn- und Lebensraum. „Ein Beispiel sind Schulungen im Anbau und der Verarbeitung von orangenen Süßkartoffeln. Die sind reich an ß-Carotin und beugen so dem in Tansania weitverbreiteten Vitamin-A-Mangel vor, der im schlimmsten Fall zu Erblindung führt. Gleichzeitig werden daraus auch Mehl, Chips oder Gebäck gemacht. Der Verkauf davon verbessert das Haushaltseinkommen“, erklärt Gescher. In ihrer Zeit in Tansania wird Gescher weitere Projekte betreuen, die sich mit der Ernährung und deren Auswirkungen befassen, etwa in der Schwangerschaft oder bei Kindern. Gescher reist sehr gern, weil sie die Landschaften, die Esskulturen und die Menschen anderer Länder reizen. Dass sie nun ihr privates Interesse mit dem Studium kombinieren kann, ist für die Studentin optimal. „Besonders froh bin ich darüber, dass im Verlauf des Studiums zwei praktische Projekte vorgesehen sind, die wir Studierende in kleinen Gruppen planen, umsetzen und evaluieren.“ Studienprojekte haben einen zentralen Stellenwert im Ökotrophologiestudium an der Hochschule. Damit soll Studierenden zum einen ermöglicht werden, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Zum anderen entstehen bei diesen Projekten Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern. Prof. Dr. Dorothee Straka, Professorin für Ernährungskommunikation, unterstreicht: „Wir wollen unseren Studierenden nicht nur eine fachlich ausgezeichnete Ausbildung mitgeben, sondern auch berufliche Perspektiven eröffnen. Deswegen nutzen wir unser Netzwerk für Studienprojekte und Abschlussarbeiten auch auf internationaler Ebene.“ Anika Gescher ist nicht die erste und wird auch nicht die letzte Studierende sein, die von dieser Möglichkeit profitiert. Gleichzeit erhalten die Unternehmen motivierte und fachlich gut ausgebildete Studierende, die ihr Fachwissen einbringen. >> rm
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Neubau

Klimawandel, Urbanisierung und Umweltverschmutzung sind nur einige Herausforderungen, denen die Agrar- und Gartenbaubranche mit innovativen Lösungen begegnen muss. Wie können Menschen in urbanen Räumen trotz dieser Herausforderungen auch zukünftig mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden – unabhängig von klimatischen Veränderungen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, entsteht seit Dezember 2020 das Forschungszentrum „Agrarsysteme der Zukunft“ am Campus Haste.
Der zweigeschossige Kubus hat sechs getrennte Indoorfarmen sowie Büro- und Laborräume. Die Besonderheit: Auf dem Dach steht ein 160 Quadratmeter großes Gewächshaus. Beide Bestandteile des Gebäudes sind über ein intelligentes Kreislaufmanagementsystem miteinander verbunden. Überschüssige Wärme von den LEDs in den Indoorkammern wird zum Beispiel zur Beheizung des Gewächshauses genutzt. Dafür arbeiten hier Wissenschaftler*innen fakultätsübergreifend zusammen. Der vertikale Aufbau bietet zudem eine effiziente Flächennutzung und eine verlässliche, wetterunabhängige Produktqualität, da ganzjährig die gleichen Temperaturen, die gleiche Lichtintensität und Luftfeuchtigkeit sowie die gleiche Nährstoff- und Wasserversorgung gewährleistet werden können. Neben Salaten und Kräutern sollen auch Kartoffeln und Beeren gezüchtet werden.
Insgesamt kostet der Bau rund 4 Millionen Euro. 3,3 Millionen konnte die Hochschule aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus Landesmitteln einwerben. >> jg

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Übersicht

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Dekanin im Interview

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Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff gibt einen Einblick in Studium, Lehre und Forschung im Jahr 2030.

Für Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff zeichnet sich die Fakultät WiSo durch ihre Diversität und die zahlreich exzellenten und spannenden Persönlichkeiten aus.
Für Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff zeichnet sich die Fakultät WiSo durch ihre Diversität und die zahlreich exzellenten und spannenden Persönlichkeiten aus.
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Frau Braun, seit nun zwei Jahren sind Sie Dekanin und damit in Folge die dritte Frau im Amt der Fakultät WiSo. Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Fakultät am Caprivi-Campus aus?
Die Fakultät WiSo zeichnet aus, dass sie eine Fakultät mit zahlreichen Mitgliedern mit exzellenten und spannenden Lebensläufen ist. Ich finde, sie ist von Anfang an eine sehr diverse Fakultät. Die Hebammen und Jurist*innen haben zunächst nicht viel gemeinsam. Wir versuchen deshalb von Beginn eines jeden Prozesses an, die unterschiedlichen Interessen auszutarieren, zu diskutieren und auf diesem Wege gemeinsame robuste Entscheidungen zu treffen. So gelingt es uns, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren, auch wenn der Entscheidungsprozess dadurch manchmal länger dauert.

Wir wollen gemeinsam mit Ihnen in die Zukunft blicken. Wo sehen Sie die Fakultät im Jahr 2030? Vor welchen Herausforderungen steht die Fakultät?
Eine Herausforderung wird sicherlich das Querschnittsthema Digitalisierung sein. Da die Entwicklung schnelllebig ist, werden uns Projekte, wie der Hörsaal der Zukunft, Global Classroom oder Blended Learning (Integriertes Lernen) einiges abverlangen. Daher müssen wir sehr viel stärker über Kooperationen mit Institutionen nachdenken, um Orte der Zukunft zu entwickeln. Und gerade solche Orte des Lernens und Arbeitens müssen nicht am Campus sein, sondern können völlig entkoppelt vom Standort stattfinden. Sie sollen die Orte der Begegnung die durch Corona noch wichtiger geworden sind nicht ersetzen, sondern ergänzen. Deshalb ist es wichtig, dass nach den Erfahrungen durch die Coronapandemie ein intensiverer Dialog mit Studierenden und Lehrenden folgt, wie die gewonnenen Innovationen in zukünftig nachhaltige Formate überführt werden können.

Durch Corona konnten wir in der Digitalisierung Innovationen gewinnen, doch wie sieht es mit dem Thema Internationalisierung aus. Können Sie skizzieren, wie eine internationale Fakultät im Jahr 2030 aussehen sollte?
Heute sind die jungen Menschen viel internationaler unterwegs als wir damals. Wir haben heute Studierende, die in Spanisch oder Französisch über gute Sprachkenntnisse verfügen und Englisch in Wort und Schrift beherrschen. Zudem haben sie die Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit an weltweite Informationen heranzukommen und Auslandsaufenthalte zu erleben. Für die zukünftigen Studierenden gehören der Spracherwerb und das Reisen einfach zu ihren Interessen dazu. Daher müssen wir die Möglichkeiten nicht nur betonen, sondern auch am Campus erfahrbar machen. Eine Internationalisierung des Campus setzt voraus, dass es uns gelingt, Lehrende und Studierende mit internationalen Profilen zu gewinnen und zusammenzubringen, um perspektivenerweiternd zu lehren und zu forschen. Uns allen ist bewusst, dass wir vor globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen stehen, auf die wir unsere Studierenden vorbereiten wollen. Stichwort ist hier Ressourcenknappheit versus Wohlstand für alle.

Und wie kann man sich diese Internationalität zum Beispiel vorstellen?
Das Wichtigste ist, dass wir internationale Studiengangformate anbieten, die auch studierbar sind. Dazu gehören Praktika in Unternehmen mit internationalen Bezügen, der deutliche Ausbau von englischsprachigen Lehrangeboten, Double Degrees sowie Kooperationen mit Partnerhochschulen mit engem fachlichen Bezug. Sprachen sowie interkulturelle Kompetenzen bilden wesentliche Future Skills einer globalisierten Welt, deren Erwerb im Rahmen eines Studiums möglich sein muss. Die Studierenden sollen nicht nur die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts bekommen, sondern eben auch in ihrer gewünschten Fachsprache die Studierfähigkeit erlangen können. Im Bereich der Studierendenmobilität sollten wir unbedingt den Fokus noch stärker auf Europa legen. Durch die Erasmus-Stipendien, welche aktuell noch nicht komplett ausgenutzt werden, ist das Studieren und die Anrechnung deutlich leichter. Ich möchte an dieser Stelle betonen, welches Privileg wir haben, uns derart frei in Europa bewegen und arbeiten zu können. Das sollten wir unseren Studierenden näherbringen.

In den einen Studiengängen wird die Internationalität mehr gelebt als in anderen. Würden Sie sagen, dass Internationalisierung vor allem eine Rolle in den betriebswirtschaftlichen Studiengängen spielt?
Bisher vielleicht, aber wir haben hier einen ganz klassischen Change Prozess. Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, auch in Studiengängen, wie Hebammenwissenschaft, Soziale Arbeit, Pflege oder Wirtschaftsrecht mehr internationale Professor*innen zu berufen sowie die Internationalisierung voranzutreiben. Denn gerade in jungen Disziplinen sind wir auf Konzepte, wissenschaftliche Arbeiten und Erfahrungen aus anderen Ländern angewiesen.

Für die Studierenden ist eine gute und anwendungsorientierte Lehre zentral. Welche Rolle spielt die Anwendungsorientierung an der Fakultät WiSo?
Es wäre schön, wenn die Fakultät neben dem Forschungssemester auch die Tradition des Praxissemesters entwickelt, um das Thema Anwendungsorientierung zu stärken. Ziel ist, dass Kolleg*innen beispielsweise in Unternehmen oder Nonprofit-Organisationen gehen und gemeinsam eine digitale Plattform aufbauen oder gemeinsam mit Studierenden eine Start-up-Initiative auf den Weg bringen. Die Lehrenden würden dieses Praxissemester nicht zum Forschen nutzen, sondern um im Sinne der Anwendungsorientierung zu wirken.

Was wünschen Sie abschließend der Fakultät für die nächsten Jahre?
Ich wünsche mir weiterhin so großartige, motivierte und energiegeladene Studierende, mit denen man ein Stück Zukunft gestaltet und tolle Ideen zum Erblühen bringt. Deshalb wünsche ich mir auch künftig flexible und engagierte Lehrende, die mit ihren Studierenden in einem engen Austausch zusammenarbeiten. Gemeinsam soll Wissen entwickelt und der Gesellschaft zugänglich gemacht werden. Wenn diese Inhalte dann mit internationalen Menschen die neuen Input mitbringen diskutiert werden, entsteht etwas, was man nicht lehren kann, sondern im Grunde genommen erfahren muss. >>id/lp
Für Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff zeichnet sich die Fakultät WiSo durch ihre Diversität und die zahlreich exzellenten und spannenden Persönlichkeiten aus.
Für Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff zeichnet sich die Fakultät WiSo durch ihre Diversität und die zahlreich exzellenten und spannenden Persönlichkeiten aus.
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Lage der Fakultät

Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist mit ihrem breiten Fächerspektrum ein Ort der Interdisziplinarität in Studium, Weiterbildung, Forschung und Transfer.

Das breite Fächerspektrum der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist auf dem Caprivi-Campus beheimatet.
Das breite Fächerspektrum der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist auf dem Caprivi-Campus beheimatet.
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Von 54 auf 5.400 - Seit ihren Wurzeln im Jahre 1971 als Fachbereich Wirtschaft, ist die Studierendenzahl der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) bis heute um das 100-fache gestiegen. Sie ist heute nicht nur die größte Fakultät an der Hochschule Osnabrück, sondern zählt auch zu den größten Hochschulinstitutionen in Niedersachsen. Die Fakultät bietet mit rund 23 Bachelor-, acht Master- und acht Weiterbildungsstudiengängen ein breites Fächerspektrum an, das von Betriebswirtschaft und Management über Gesundheit und Soziales, internationale Studiengänge und Öffentliches Management bis hin zu Wirtschaftsrecht reicht.

„Das Studium an unserer Fakultät ist interdisziplinär. Der Hochschulpakt von 2007 ermöglichte uns nicht nur zusätzliche Studienplätze anzubieten, sondern auch das Studienangebot mit neuen Fachdisziplinen zu erweitern“, blickt die Studiendekanin Prof. Dr. Ursula Hübner, die seit 1997 Professorin für Krankenhausinformatik und Quantitative Methoden an der Hochschule Osnabrück ist, zurück. Bachelorstudiengänge, wie Wirtschaftspsychologie, Betriebliches Informationsmanagement und zahlreiche Masterstudiengänge, wie Soziale Arbeit oder HELPP, Versorgungsforschung und -gestaltung, kamen dazu. „Auch unser Weiterbildungsangebot wächst kontinuierlich: Wir sind dabei, auf die Bedürfnisse von Studierenden und Unternehmen zugeschnittene Weiterbildungsangebote als Zertifikatsprogramme, wie CAS (Certificate of Advanced Studies) und DAS (Diploma of Advanced Studies) zu etablieren“, ergänzt Vizepräsidentin und Dekanin der Fakultät Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff. „Mit diesem Angebot soll zukünftig den wachsenden Weiterbildungsbedarfen eines zunehmend digitalisierten und globalisierten Arbeitens im Sinne des Lebenslangen Lernens entsprochen werden“, betont die Vizepräsidentin.

Die Fakultät baut ihr internationales Netzwerk aus und fördert Studierende beim Sammeln internationaler Erfahrungen

Schon früh mit dem Diplom-Studiengang European Business Studies setzte sich die Fakultät das Ziel, ihr Angebot international auszurichten. Durch die Umstellung auf Bachelor- und Master weitete die Fakultät ihr internationales Angebot aus und rief Studiengänge, wie International Physiotherapy oder Research and Innovation in Higher Education ins Leben. Mittlerweile zählt die Fakultät mehr als 170 Partnerhochschulen, das soll aber nicht so bleiben: „Wir wollen unser internationales Netzwerk, insbesondere in Europa, auch in Zukunft noch weiter ausbauen, um den Studierenden exzellente Studienangebote im Ausland zu bieten“, erklärt Studiendekan Prof. Dr. Hendrik Lackner. Neben Auslandssemestern und der internationalen Blockwoche baut die WiSo seit 2012 gezielt ihr Angebot der Dual Degrees (Doppelabschlüsse) weiter aus.

Digitalisierung spielt eine immer wichtigere Rolle

Besonders die Pandemie rückte das Thema der Digitalisierung stark in den Fokus: Lehre, Teammeetings sowie Auslandssemester mussten online durchgeführt werden. Digitale Werkzeuge wurden dadurch vermehrt eingesetzt. Mit den Projekten „Hörsaal der Zukunft“ und „Lehre 4.0“ geht die digitale Reise weiter. Dabei soll die gesamte Infrastruktur einen Prozess der digitalen Transformation durchlaufen, damit neue Lehr- und Lernkonzepte, wie „Global Classroom“ und „Invite the Expert“ umgesetzt werden können.

Anwendungsorientierte Lehre und Forschung zählen zu den Stärken der Fakultät

„Unser Campus ist eine soziale Arena der Bildung, Kommunikation, Entwicklung und eine Ideenschmiede, die sich den aktuellen Herausforderungen der Gesellschaft und Wirtschaft stellt“, erklärt Studiendekan Prof. Dr. Stephan Maykus. Dabei zählt für ihn die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden genauso zu einem perfekten Studienort, wie eine praxis- und anwendungsorientierte Lehre. „Dem Praxisbezug kommt heute eine noch größere Bedeutung zu, denn der Großteil unserer aktuellen Studierenden kommt nicht mehr aus der Praxis, sondern direkt aus der Schule“, zeigt Maykus auf. Praxissemester und Praxisprojekte sind daher fest in die Curricula verankert. Um den Anforderungen der Gesellschaft und Wirtschaft gerecht zu werden, pflegt die Fakultät zudem ein großes Netzwerk und einen regelmäßigen Austausch zur Praxis. Dabei spielt auch der eigene Alumniverein Wiconnect mit seinen 1.800 Mitglieder eine entscheidende Rolle.

Auch die Förderung der eigenen Studierenden kommt nicht zu kurz: „Uns ist das Thema Nachwuchsförderung so wichtig, dass wir sogar eine eigene Kommission und eine Stelle zur Methodenberatung ins Leben gerufen haben“, betont Professorin Hübner, die selbst sieben Forschungsprojekte mit Promovierenden betreut. Beispiele stellen das ROSE Graduiertenkolleg oder das Forschungskolleg FamiLe dar, die eine Plattform für methodischen und fachlichen Austausch bieten und die Forschung an der Fakultät vorantreiben. „Durch unsere Förderung und die kluge Mischung aus wissenschaftlichen Grundlagen und die Anwendung in der Praxis, konnten viele unserer Absolvent*innen hervorragende Positionen in Wirtschaft, Verwaltung und im Gesundheitswesen einnehmen“, fasst es die Studiendekanin zusammen.

International, Digital und Anwendungsorientiert (IDA) in die Zukunft, den Hochschulentwicklungsplan innovativ interpretiert

Die WiSo will auch in Zukunft Pionierarbeit leisten und neben der Digitalisierung sowie Internationalisierung auch die Akademisierung der Gesundheitsberufe weiterhin vorantreiben und setzt sich im Speziellen für das Thema Gender Equality ein. Mit der IDA-Programmatik, Internationalisierung, Digitalisierung und Anwendungsorientierung, hat die Fakultät ihre zentrale strategische Stoßrichtung für die nächsten Jahre festgelegt.

Zusätzlich macht es sich die Dekanin mit der Fakultät zukünftig zur Aufgabe, im Zusammenhang mit dem anstehenden Hochschulentwicklungsplan einen Strategieplan zu entwickeln. „Mit unserer Strategy Road Map 20.30 wollen wir die Logik einer konventionellen Hochschulentwicklungsplanung neu interpretieren, die mögliche Zukunftsszenarien beinhaltet“, erklärt die Dekanin der Fakultät. „Post-Pandemic-Leadership (Fortführung der digitalen Errungenschaften der Corona-Krise); Etablierung internationaler Online-Studiengänge; Ausbau des Netzwerks mit ausgewiesenen Partnerhochschulen und Double-Degrees; Etablierung niederschwelliger, aber aufwärtskompatibler CAS-, DAS- und MAS-Formate; Förderung des Technologie- und Wissenstransfers; Unterstützung von Ausgründungen; Erlangung des selektiven Promotionsrechts für forschungsstarke Kompetenzfelder; Gesundheit als interdisziplinäres Ankerthema der Fakultät; Gender-Equality; Digital Strategy, Leadership and Governance (digitale Transformation der Fakultät) sowie die konsequente Realisierung der IDA-Vision, dürften dabei wichtige Entwicklungsströmungen werden“, führt die Vizepräsidentin für Internationales auf.

Vor allem der Campus als Ort akademischer Bildung der Zukunft soll stetig weiterentwickelt werden: als innovatives Zusammenspiel von Lernen in persönlicher Begegnung, digitalen Formaten sowie einer Verankerung in der Stadt- und Regionalgesellschaft. >>id

Das breite Fächerspektrum der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist auf dem Caprivi-Campus beheimatet.
Das breite Fächerspektrum der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist auf dem Caprivi-Campus beheimatet.
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„Die Hochschule ist für viele in Deutschland tätige Hebammenwissenschaftler*innen als eine Art ,Kaderschmiede‘ zu betrachten“, erklärt Prof. Dr. Claudia Hellmers, Professorin für Hebammenwissenschaft. 2008 errichtete die Hochschule Osnabrück den bundesweit ersten Hebammenstudiengang. Mit dem Wintersemester 2021/2022 wurde das akademische Angebot um den dualen Bachelor „Hebammenwissenschaft“ erweitert. Hintergrund ist die Erneuerung des Berufsgesetzes, das ab 2023 ein duales Studium als Regelausbildung für Hebammen vorsieht. Der neue Studiengang wird Theorie und Praxis noch enger miteinander verzahnen. Verbunden wird ein wissenschaftliches Studium mit begleiteten Praxisphasen in klinischen Einsatzorten sowie hebammengeleiteten Einrichtungen bei freiberuflichen Hebammen. Das duale Studium wird als siebensemestriger Studiengang angeboten und soll die fachlichen und personalen Kompetenzen vermitteln. Als Abschluss wird sowohl die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme als auch ein Bachelorabschluss erworben.
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Start-up

Diplom-Kaufmann und Hochschul-Absolvent Christian Klumpe führt mit Industriefachwirt Jörg Bührmann das Start-up tenderpilot, eine digitale B2B-Einkaufsplattform.

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Nichts weniger als die „Revolution des Business-to-Business-Einkaufens“ hat sich das 2019 gegründete Start-up tenderpilot vorgenommen. Lieferanten und Einkäufer mittelständischer Unternehmen können seitdem ihre Ausschreibungen und Bestellungen über die Einkaufsplattform abwickeln. Das Versprechen: erhebliche Kosten- und Zeitersparnis. Die Idee für einen optimierten B-to-B Einkauf hatte Geschäftsführer Christian Klumpe, der schon reichlich Berufserfahrung als Prozessoptimierer und Finanzmanager mitbringt, bereits 2015, als er für eine amerikanische Einkaufsgesellschaft für Krankenhäuser arbeitete und feststellte, dass in den Prozessen „erhebliches Verbesserungspotenzial“ schlummerte. „Private Endverbraucher kaufen längst über digitale Marktplätze ein. Zwei Drittel aller mittelständischen Unternehmen aber bestellen per Fax und E-Mail.“ Ein Blindflug für Einkäufer sei das. Fehlende Vergleichsmöglichkeiten, mühsames Suchen nach Lieferanten und umständliche Ausschreibungsprozesse verursachten ein großes und zugleich intransparentes Ungleichgewicht im Markt. „Der Lieferant hat die absolute Datenhoheit.“ Doch auch für Lieferanten lohnt sich der Einstieg bei tenderpilot, wie Mitgründer und Einkaufsexperte Jörg Bührmann betont: „Zum einen lernt er neue Einkäufer kennen, denen er Angebote unterbreiten kann.“ Zum anderen profitiere er von einem strukturierten Ausschreibungsprozess. „Viele Unternehmen arbeiten nach wie vor mit wenig standardisierten Verfahren, Bestellungen werden oft noch handschriftlich vom Vertreter notiert.“ Schwer sei es gewesen, den ersten Kunden von ihrer Idee zu überzeugen, sagt Klumpe, der 2006 den Diplom-Studiengang Betriebswirtschaft an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) der Hochschule Osnabrück absolvierte. Aufgrund des Lockdowns habe der Kontakt nur per Video erfolgen können, an ein persönliches Gespräch reiche das nicht heran. Mittlerweile aber ist der Kundenstamm auf 50 Einkäufer und 200 Lieferanten angewachsen. Der „Proof of Concept“ sei damit erfolgt, der Plattformmechanismus funktioniere und garantiere mehr Fairness auf beiden Seiten.

Zunächst die Schweiz, dann vielleicht die gesamte EU

„Wir bieten einen fairen digitalen Marktplatz, insbesondere für sogenannte B und C Artikel, also Artikel, die geringen bis mittleren Wert besitzen, jedoch hohe Prozesskosten verursachen. Wir bilden den gesamten Bestellprozess von A bis Z ab und unterstützen ihn,“ ergänzt Bührmann. Signifikante Einsparpotenziale bei Material- und Prozesskosten in Höhe von 10 bis 25 Prozent seien durchaus realistisch. Unterstützt werden die Geschäftsführer von aktuell zehn Studierenden, von denen die Mehrzahl an der WiSo den englischsprachigen Masterstudiengang International Business and Management studiert. Mit betriebswirtschaftlichem Know-how arbeiten sie an der Optimierung der Plattform. „Im August sind wir mit unserer Version 2.0 an den Start gegangen. Mit der neuen Katalogfunktion können Lieferanten ihr komplettes Angebot hochladen und anbieten“, erklärt Student Lars Ruthemann. Einkäufer können auf diese Weise kostspielige Prozessausbrüche verhindern. Immer mit im Blick hat das Team auch mögliche Medienbrüche. „Unsere Software muss natürlich auch mit der Unternehmens-IT kompatibel sein“, stellt Bührmann klar. Bührmann und Klumpe, der Internationale Wirtschaft vertiefte und Berufserfahrung aus dem Ausland mitbringt, möchten expandieren. „Sollte der Markteintritt in der Schweiz gelingen, dann wollen wir mit tenderpilot in der gesamten EU Fuß fassen. Dafür brauchen wir aber noch Investoren“, wirbt Klumpe für das Start-up. Mit einer ausgereiften Geschäftsidee und einem international ausgerichteten und interkulturell erfahrenen studentischen Team seien die Erfolgsaussichten sehr gut.“ >> id
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Erinnerung

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Promovierenden-Interview

Vom Bachelor und Master über Lehraufträge, hin zur Promotion: Niklas Gausmann studierte, lehrt und promoviert im Bereich der Sozialen Arbeit an der Hochschule Osnabrück. Mit seiner Promotion möchte er Theorien des Kindesalters weiterentwickeln.

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Vom Bachelor über den Master und jetzt auch die Promotion an der Hochschule Osnabrück. Wie sah Ihr Weg aus und wie sind Sie schließlich dazu gekommen, zu promovieren?
Nachdem ich bereits meinen Bachelor an der Hochschule Osnabrück absolvierte, schloss ich mein Berufsanerkennungsjahr in Münster ab. Bei dieser Arbeit habe ich festgestellt, dass ich gerne mehr planerische Aspekte in den Fokus nehmen und mich theoretisch weiterbilden möchte. Passend wurde dann 2015 der neue Masterstudiengang eingeführt und ich kam zurück an die Hochschule. Während meines Masters war ich als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt. Parallel wurde dann an der Hochschule ein BMBF-Projekt im Binnenforschungsschwerpunkt Inklusive Bildung zum Thema „Interprofessionelle Kooperation in inklusiven Grundschulen“ eingeführt und hier stieg ich 2018 als wissenschaftlicher Mitarbeiter ein. Es fügte sich dann eins zum anderen und mir wurde eine Promotion angeboten. 2019 schrieb ich mich schließlich an der Leibniz Uni Hannover (bei Prof. Dr. Birgit Herz) ein und seitdem promoviere ich in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück bei Prof. Dr. Stefan Maykus.

Doch das BMBF-Projekt ist ausgelaufen, was bedeutete das für Ihre Promotion?
Richtig, leider wurde die Förderlinie des Projektes nicht verlängert. Ich habe aber letztendlich direkt im Anschluss eine 75% Anstellung in einem außeruniversitären Forschungsprojekt mit dem Namen „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“ bekommen. Mein Promotionsthema hat nicht direkt mit diesem Forschungsprojekt zu tun, sondern kann abgelöst davon betrachtet werden.

„Kindheit in der sozialpädagogischen Forschung und Theoriedebatte: Gesellschaftstheoretische Betrachtungen von Kindheit für die (Neu-) Konzeption einer Sozialpädagogik des Kindesalters“ ist der Name Ihrer Dissertation. Was können wir uns darunter vorstellen?
In meiner Masterarbeit habe ich mich mit dem Thema Raum auf der einen Seite und Kindheit auf der anderen Seite, also wie eignen sich Kinder Räume an und wie nehmen sie diese Räume wahr, beschäftigt. In meiner Promotion löste ich mich vom räumlichen Aspekt und würde gerne das Konstrukt der Kindheit weiterentwickeln und eine Neukonzeption einer Sozialpädagogik des Kindesalters entwerfen. In der Sozialpädagogik ist es häufig so – und ob das als Problem gesehen werden kann, wird sich erst zum Ende meiner Arbeit herausstellen –, dass wenn sich Sozialpädagog*innen mit Kindheit auseinandersetzen, dann wird Kindheit entweder als belastete Zielgruppe gesehen, also Kindheit und Armut oder Kindheit und Migration, oder es geht um Kinder in sozialpädagogischen Angebotsstrukturen. Meiner Annahme nach fehlt letztendlich eine Theoriemaske, die hinter diesen liegt.

Sie haben also keine quantitativen oder qualitativen Daten, die Sie auswerten. Wie kann man sich also Ihr Vorgehen vorstellen?
Ich führe eine Literaturreview durch. Das heißt, ich ziehe mir verschiedene Texte heran und kategorisiere diese, erstelle Exzerpte und filtere Zitate heraus. Danach steht an, diese ganzen theoretischen Ansätze in Beziehung zueinander zu setzen und zur theoretischen Kohärenz beizutragen, um etwas Neues, eine Weiterentwicklung einer Theorie des Kindesalters, zu konzipieren. Meine Hauptaufgabe besteht also gerade darin, mich in vielen verschiedenen Texten zu verlieren. Während einer Promotion jongliert man mit vielen Aufgaben gleichzeitig.

Welche Eigenschaften sind nach Ihrer Erfahrung unbedingt erforderlich, um eine Promotion zu beginnen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen?
Man braucht auf jeden Fall ein Thema, für das man brennt. In gewissen Phasen kommt es dazu, dass man das Ganze aus den Augen verliert und dann braucht es diese Motivation das eigene Thema auch weiterbearbeiten und erforschen zu wollen. Damit komme ich auch schon zum zweiten Punkt: es braucht Durchhaltevermögen. Es existieren viele Baustellen gleichzeitig: man muss Publikationen vorweisen, man will sich in der wissenschaftlichen Community zeigen, seinen Lehrauftrag durchführen, aber eben auch sein Thema zu Ende bringen. Dafür sollte man sich immer wieder neu strukturieren, systematisieren, planen und auch mal etwas liegen lassen können. Das habe ich für mich gelernt. Jeder muss für sich eine gute Strategie finden, um mit entstehendem Frust und Stress umgehen zu können und den Prozess positiv zu gestalten.

Welche Rolle spielt die Hochschule Osnabrück während Ihrer Promotion für Sie?
Von der Hochschule wurde ich immer sehr unterstützt. Mit meinem Prüfer Stefan Maykus stehe ich im regelmäßigen Austausch, wir planen Publikationen zusammen und haben im Jahr 2021 mit fünf weiteren Personen einen Verein gegründet. Was ich aber vor allen Dingen schätze ist, dass an der Hochschule der wissenschaftliche Nachwuchs sehr gefördert wird. Es wird einem ermöglicht einen Lehrauftrag anschlussfähig an das eigene Thema durchzuführen, mit Studierenden in den Diskurs zu kommen oder Prüfer von Bachelor- oder Masterarbeiten zu sein. Diese Erfahrungen bringen mich sehr weiter.

Was steht nach der Promotion an? Haben Sie ein bestimmtes Ziel vor Augen?
Wenn ich meine Promotion geschafft habe, dann würde ich gerne im Wissenschaftsbetrieb bleiben. In welchem Rahmen weiß ich noch nicht genau, aber ich mag es, Texte zu schreiben, zu lesen und mich auf ein Thema zu fokussieren. >>llp
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wünsche

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Studentisches Projekt

Öffentliche Verwaltung und internationaler Austausch? Ja, das geht! Studierende des Bachelors Öffentliche Verwaltung lernen internationale Fragestellungen und Herausforderungen kennen.

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Abfallpolitik, Nachhaltigkeitsziele oder Mobilität sind nicht nur Herausforderungen, mit denen deutsche Städte zu kämpfen haben. Um einen internationalen Vergleich mit anderen Ländern zu ermöglichen, wurde gemeinsam mit der niederländischen Saxion University of Applied Sciences (Standorte in Enschede, Deventer und Apeldoorn) und den beiden Hansestädten Osnabrück und Deventer das Praxisprojekt „Learning Cities“ ins Leben gerufen. „Bei diesem Projekt ist es uns wichtig, dass die Studierenden über den Tellerrand der nationalen Verwaltung hinausschauen und lernen, auf internationaler Ebene zusammenzuarbeiten“, erklärt Prof Dr. Andreas Lasar, Professor für Betriebswirtschaftslehre der Öffentlichen Verwaltung und Betreuer des Projektes. Nele Eilers, Nadine Krämer und Annalena Tiemann haben im Wintersemester 2020/ 2021 am Projekt teilgenommen: „Das Projekt ermöglichte uns nicht nur einen anderen europäischen Verwaltungsaufbau kennenzulernen, sondern auch einen Beitrag zur praktischen Arbeit in den beiden Städten zu leisten“, erklärt Eilers. Mit vier weiteren Studierenden der Saxion University analysierten die drei Studentinnen die Probleme und Herausforderungen der Abfallpolitik in Osnabrück und Deventer. Durch umfassende Interviews mit Abfallbehörden und den Vergleich von Maßnahmen analysierten die Studierenden Probleme und Lösungsansätze. „Der Vergleich der beiden Städte war aufgrund der unterschiedlichen Entsorgungssysteme nicht immer ganz leicht. Dennoch stellte sich heraus, dass die Städte mit teilweise ähnlichen Problemen, wie Mülltrennung, Müll neben anderen Mülleimern oder der illegalen Müllentsorgung zu kämpfen haben“, betont Krämer. Doch warum kommt es zu abweichendem Abfallverhalten? Kostenumgehung und mangelndes Umweltbewusstsein sind die Hauptgründe. „In beiden Städten gibt es bereits gute Lösungsansätze wie zum Beispiel Aktionen in Schulen und Kitas zur Ausbildung eines Umweltbewusstseins“, bemerkt Tiemann. „Letztlich ist es wichtig, dieses Bewusstsein weiter zu schärfen, um Verbesserungen zu erzielen.“

Adel Faltas, Partner der Stadt Deventer und Mitgründer des Projektes, hebt im Gespräch auch noch einmal die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hervor: „Diese internationalen Begegnungen zwischen Studierenden, Mitarbeitenden, Dozenten und den beiden Städten sind der besondere Mehrwert des Projektes.“ >>id/lp
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Neubau

Das, was die Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück in Lehre und Forschung bietet, hat schon lange nationale und internationale Strahlkraft. Auf der Webseite der Hochschule erhalten Sie tiefe Einblicke. Jetzt geht die Physiotherapie einen weiteren großen Schritt Richtung Zukunft und steigert ihre Attraktivität als Lern-, Lehr- und Forschungsort. Auf dem Caprivi-Campus sind in den Räumen der früheren Caprivi-Kaserne (s. Seite 32 im Rückblick) neue Labore für die Physiotherapie entstanden. Die ersten Räume sind bezogen, in diesem Frühjahr soll der Laborkomplex für Lehre, Forschung und Entwicklung den Betrieb aufnehmen. Den Lehrenden und Studierenden stehen in den PhysioLabs rund 700 Quadratmeter zur Verfügung. Die Schwerpunkte der Labore liegen unter anderem in der Bewegungsanalyse muskoloskelettaler Probleme, der Physiotherapie für darstellende Künstler*innen, der Leistungsdiagnostik und der Digitalisierung der Physiotherapie. Für neue, hochmoderne Messinstrumente zur biochemischen Bewegungsanalyse, Schmerzerfassung und Emotionswahrnehmung konnte die Hochschule Fördermittel von über 1,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung einwerben. Die Umbaumaßnahmen werden aus Eigenmitteln der Hochschule finanziert. Dabei bleibt der Charme der alten Halle mit ihren hohen Decken und alten Stahlträgern durch ein offenes Konzept erhalten. Der neue Standort soll auch die Möglichkeiten der physiotherapeutischen Forschung an der Hochschule stärker nach außen tragen, um das bestehende Netzwerk um weitere Kooperationspartner auszubauen. „Die physiotherapeutische Forschung ist nun auf dem Caprivi-Campus konzentriert, wo auch die Lehre stattfindet, und damit in unmittelbarer Nähe zur physiotherapeutischen Patientenversorgung im INAP/O in der Caprivistraße“, freut sich Prof. Dr. med. Christoff Zalpour, der Leiter der PhysioLabs. „Daraus ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte in Forschung und Lehre.“ >> jg
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Übersicht

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Dekan im Interview

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Prof. Dr. Ingmar Ickerott, Dekan der Fakultät Management, Kultur und Technik (MKT), blickt besonders auf die Rolle, die der Campus Lingen für die Region inne hat.

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Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen der Fakultät MKT in den nächsten zehn Jahren und wie wird der Campus Lingen diesen begegnen?
Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Digitalisierung, der demografische Wandel und der Klimawandel sind Mammutaufgaben, denen wir uns als Fakultät für Management, Kultur und Technik schon heute stellen und die bereits die inhaltliche Gestaltung der Studiengänge verändern. Wir sind als Fakultät gefordert, uns zukünftig noch stärker mit allen unseren Disziplinen einzubringen. Sei es mit der Technik, mit den Methoden des Gesundheits- und Kulturbereiches oder unseren Managementkompetenzen. Es gibt eben keine einfachen Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit, deshalb ist eine Vielfalt an Perspektiven, Ansätzen, Methoden und Technologien gefragt. Ich denke, die Fähigkeit mit dieser Vielfalt richtig umzugehen und sie gezielt einzusetzen, wird in den nächsten Jahren entscheidend sein. Wir haben am Campus Lingen bereits eine herausragende Ausgangssituation. Vielfalt ist unsere Stärke! Schon heute leisten wir mit den unterschiedlichen Disziplinen in zahlreichen Projekten in der Region und darüber hinaus wertvolle Beiträge in der Gesellschaft. In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, die Brücken zwischen den einzelnen Fachlichkeiten noch stärker auszubauen. Das synergetische Zusammenbringen der verschiedenen Perspektiven und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze ist letztlich der Schlüssel, um die Herausforderungen zu meistern. Mit unseren Bindestrich-Studiengängen und der Gründung der interdisziplinären Laborbereiche am Campus Lingen haben wir bereits sehr gute Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen.

Wie wird sich das Studium im Jahre 2030 im Vergleich zu heute verändern?
Da sehe ich tatsächlich große Veränderungen auf uns zukommen. Aber auch in dieser Hinsicht sind unsere Voraussetzungen sehr gut. Bis vor zwei Jahren hatten wir vornehmlich die reine Präsenzlehre und haben durch die Pandemie eine reine Onlinelehre erlebt. Nun kristallisiert sich langsam eine Landschaft heraus, die das Beste aus beiden Welten verbindet. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Lehre zukünftig so organisieren, dass die Studierenden beide Arbeitsformen kennenlernen, die sie dann später auch in der Praxis etablieren können. Was sich zudem bis zum Jahre 2030 zeigen wird, ist der tiefgreifende Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Gesellschaftsstrukturen und das Bildungssystem. Sicherlich werden viele lernende Tätigkeiten und Bereiche, in denen es um die Analyse großer Datenmengen geht, zukünftig automatisierbarer. Damit wird sich auch die Ausrichtung von Studiengängen und die Art der Wissensvermittlung ändern. Derzeit können wir nur erahnen, welche Auswirkung die KI auf die Hochschulwelt haben wird. Auch die Laborarbeit wird an Bedeutung zunehmen und der Anwendungsbezug immer wichtiger werden. Nur so kann die Wissensvertiefung letztlich ermöglicht werden. Ich denke, dass der Hörsaal als Lehr- und Lernraum in Zukunft an Bedeutung verlieren und stattdessen Labore und vernetzte Gruppenarbeitsräume wichtiger werden.


Welchen gesellschaftlichen Beitrag kann der Campus Lingen zukünftig leisten?
Mein Anspruch ist es, die Fakultät so auszurichten, dass wir einen Mehrwert für die Gesellschaft leisten. Das erfordert einen ständigen Austausch zwischen uns und der Welt um uns herum. Es muss sozusagen eine durchlässige Membran in beide Richtungen entstehen. Ich glaube, das machen wir schon ganz gut. Ich möchte, dass die Fakultät weiterhin Projekte generiert, die die Herausforderungen aus unserem Umfeld aufgreifen. Unser direktes Umfeld ist ein niederländischer Grenzraum, eine Euregio. So haben wir beispielsweise verschiedene Projekte im Energie- und Industriebereich, in denen wir die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereits leben. Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit werden wir zukünftig noch weiterentwickeln, genauso wie andere europäische Partnerschaften. Ich möchte, dass wir uns auch als eine Plattform für Internationalisierung verstehen. Der Campus soll eine Drehscheibe sein und Menschen in die Region locken, die ansonsten gar nicht hierherkommen würden. Wir möchten zur Vielfalt und Diversität in der Region beitragen, und ein Stück weit Impulse setzen. Natürlich gibt es auch noch die Herausforderungen im ländlichen Raum, zu denen wir unseren Beitrag leisten werden. Dazu gehören beispielsweise die Fragen, wie ländliche Räume hinsichtlich des demografischen und technologischen Wandels aufgestellt sind und welche besonderen Auswirkungen sie auf den Raum haben. Wir sind in Lingen mit dem direkten Umfeld aus Grafschaft Bentheim und dem Emsland in einer Region, die neben den Herausforderungen auch besondere Chancen aufweist. Das wollen wir am Campus Lingen natürlich im Austausch mit der Region in Zukunft herausarbeiten. >>mk

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Lage der Fakultät

Wo früher in einem Eisenbahnausbesserungswerk Dampflokomotiven repariert und gewartet wurden, wird heute unter dem Dach der Fakultät Management, Kultur und Technik (MKT) der Hochschule Osnabrück studiert, gelehrt und geforscht.

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Die Fakultät MKT am Campus Lingen zieht mit ihrem vielfältigen Studienangebot Menschen aus ganz Deutschland an. Studieninteressierte können zwischen insgesamt 24 Bachelor- und Masterstudiengängen aus den Bereichen Management, Technik, Kommunikation, Pflege und Kultur wählen. Ein Teil des Studienangebots wird dual angeboten, mit dem ersten Lernort Hochschule und dem zweiten Lernort Unternehmen. Darunter sind auch verschiedene Studiengänge für Berufstätige und Weiterbildungsstudiengänge zu finden. Derzeit nutzen rund 2.400 Studierende das Studienangebot und die Vorzüge des persönlichen und nachhaltigen Campus Lingen. Die Fakultät MKT steht für interdisziplinäre sowie anwendungsbezogene Lehre und Forschung und bietet in der beeindruckenden, weitläufigen Industriehalle viel Platz für Interaktionen und Visionen. Die Hallen des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks im Zentrum von Lingen sind jedoch nicht die einzigen Hochschulgebäude hier; weitere Gebäude stehen den Studierenden fußläufig in der Innenstadt zur Verfügung. Dazu zählt das hochschuleigene Burgtheater, das mit seinem anspruchsvollen Programm die Kulturszene der Stadt bereichert.

Kommunikationskonzepte für die Wasserstoffregion

Der Campus Lingen ist in der Region etabliert und zeichnet sich besonders durch eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Institutionen aus der Umgebung aus. Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis spielt in allen Fachrichtungen und Studiengängen am Campus eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist die Kooperation mit dem Christophorus-Werk, bei der Studierende des Studiengangs Allgemeiner Maschinenbau Arbeitshilfen für die Werkstatt für Menschen mit Behinderung entwickelten. Beispielhaft ist auch die Zusammenarbeit mit der H2-Region Emsland, bei der Studierende Kommunikationskonzepte für das Zukunftsthema Wasserstoff erarbeitet haben. Im dualen Studium wird die Theorie in jedem Modul mit der Praxis im Betrieb kombiniert, in dem die dual Studierenden ihre praktische Erfahrung sammeln. So analysieren sie beispielsweise neue Produkte und Kooperationen für ihre Betriebe und erlernen dabei die praktische Anwendung der wissenschaftlichen Methoden der Systemanalyse. Durch die engen regionalen Kooperationen werden darüber hinaus schon früh Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen geknüpft, sodass nach dem Studium ein reibungsloser Übergang in die Arbeitswelt ermöglicht wird. Auch in der Forschung setzt die Fakultät MKT auf eine enge Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern. Die vielfältigen Forschungsprojekte beschäftigen sich inhaltlich mit Themen wie Diversität, Digitalisierung oder einer nachhaltigen Energieversorgung.

„Ich schätze die familiäre Atmosphäre“

Neben der regionalen Verankerung ist der Campus Lingen auch international gut vernetzt und bietet mit dem International Faculty Office (IFO) eine Anlaufstelle zu studienintegrierten  Auslandsaufenthalten. „Das IFO unterstützt bei der Planung von Summer Schools, Auslandssemestern und
-praktika. Ziel ist es, allen Studierenden die Möglichkeit zu bieten, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln”, so Katharina Freitag, Verantwortliche des IFO. Seit 2015 findet jeden Sommer die Summer University und seit 2021 die Winter School Lingen statt. Auch Lingener Studierende haben die Möglichkeit, an diesen zweiwöchigen, englischsprachigen Programmen teilzunehmen und sich mit internationalen Studierenden auszutauschen und voneinander zu lernen. Der Campus Lingen ist zu einem bedeutenden Aushängeschild der Region avanciert. Studierende können sich hier sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln. Durch kleine Lerngruppen, kurze Wege und eine individuelle Betreuung findet ein direkter Austausch statt, oft auch studiengangübergreifend. „Für mich ist der Campus Lingen ein Ort der Begegnung“, beschreibt Amaury Backhaus, AStA-Vorstand für den Standort Lingen, die Fakultät. „Immer wenn ich durch die Halle laufe, treffe ich auf ein bekanntes Gesicht. Diese familiäre Atmosphäre schätze ich sehr.” Erst kürzlich, im Jahr 2020, feierte der Standort Lingen sein 25-jähriges Bestehen. Damit auch die Zukunft gewährleistet ist, investiert die Hochschule Osnabrück kontinuierlich in seine Entwicklung. So entsteht aktuell ein neues Laborgebäude, das mit seiner hochmodernen Ausstattung zahlreiche zukünftige Forschungsprojekte und eine anwendungsbezogene Lehre ermöglichen wird. >> md/lw
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Der Master-Studiengang Management und Technik wird seit dem Wintersemester 2020/2021 primär für Absolvent*innen aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten. Die ganzheitliche Betrachtung des Zusammenwirkens von Technik und Betriebswirtschaft steht dabei im Fokus. Die Studierenden werden befähigt, auf der Grundlage ihres Vorwissens die technische und ökonomische Sichtweise zu kombinieren und eine integrierte Perspektive zu entwickeln. Auf diese Weise werden sie bestens darauf vorbereitet, die digitale Transformation in Unternehmen aktiv mitzugestalten. Denn der Einsatz digitaler Technologien verändert nicht nur Wertschöpfungsprozesse und Dienstleistungen, er wandelt auch Geschäftsmodelle, Organisations- und Kommunikationsstrukturen. Bei der Einführung konnte eine hohe Nachfrage verzeichnet werden: Auf die 25 zu vergebenen Plätze bewarben sich im Wintersemester 2020/2021 65 Absolvent*innen. >> sf/mb
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Start-up

Drei Absolventen vom Campus Lingen stehen hinter dem Start-up „moduco“. Mit einem modularen und flexiblen Plug-in-System machen sie bestehende Fertigungsanlagen produzierender Unternehmen mit einem modularen und flexiblen Plug-in-System reaktionsfähig.

Im Einsatz bei der Firma Graepel in Löningen
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„Es gibt zwei Erfolgsfaktoren, die für Unternehmen entscheidend sind: Wandelbarkeit und Reaktionsfähigkeit.“ Das ist die Faustregel der Hochschulabsolventen und Jungunternehmer Stephan Feldker, Jonas Lünswilken und Wilke Pohlmann. „Wir haben festgestellt, dass es dafür kaum geeignete technische Systeme gibt. Die meisten Unternehmen stellen sich Anlagen hin, die nur für einen Zweck oder ein bestimmtes Produkt erbaut wurden. Was sie eigentlich brauchen, sind zellulare Systeme, die sie relativ schnell umkonfigurieren können“, erklärt Feldker. Die Lösung: ein flexibler Modulbau, also austauschbare Elemente, für industrielle Fertigungsanlagen. Genau das ist die Geschäftsidee der drei Start-up-Gründer von „moduco“.

Eine Erneuerung ihrer Produktionsstätten ist für viele mittelständische Unternehmen notwendig, jedoch oft nicht ohne Weiteres möglich. Sie haben das Problem veralteter Gebäudestrukturen und Fertigungsanlagen, die nicht mehr aktuellen Standards entsprechen. Hier kommt moduco ins Spiel. Per Plug-in werden Roboter hinzugefügt, neue Messstationen integriert oder Prüfstationen ausgetauscht, hochautomatisiert und digitalisiert. „Wir stellen sicher, dass ein neues Modul, das per Plug-n-Play in eine bestehende Produktion integriert wird, mit den existierenden Maschinen fehlerfrei kommunizieren kann.“

Dafür sorgt die Elektrotechnik von Jonas Lünswilken. Der Elektro- und Automatisierungstechniker hat den dualen Bachelorstudiengang Engineering technischer Systeme in Lingen studiert und kümmert sich um die Hard- und Softwareentwicklung. „Das System muss schließlich jederzeit wissen, an welcher Stelle das neue Modul ist, welche Fähigkeiten es hat und wie es genutzt werden kann.“ Daher sorgt er für den Informationsaustausch zwischen den Modulen, kümmert sich um die Sicherheitstechnik und versorgt jedes Element mit ausreichend Strom.

EXIST-Gründerstipendium gibt enormen Schub

Obwohl moduco auch Systemkomplettlösungen anbietet, existiert aktuell eine höhere Nachfrage für Plug-in-Module. Damit diese Module und Blöcke zu bestehenden Anlagen passen, müssen sie entsprechend konstruiert sein. Diese Aufgabe übernimmt Wilke Pohlmann. Er hat den Bachelor Allgemeiner Maschinenbau in Lingen und den Master Fahrzeugtechnik in Osnabrück studiert. Wilke konstruiert die Bauteile, passt ihre Maße an und platziert sie im System. Seinen Konstruktionsfähigkeiten ist es zu verdanken, dass neue Module nahtlos in ältere Maschinen passen.

Ideengeber für das Start-up ist Feldker, der auch die kaufmännischen Fähigkeiten mitbringt. Die Rahmenbedingungen einer Gründung, den Vertrieb und das Marketing hat er im Bachelor Wirtschaftsingeneurwesen am Campus Lingen gelernt. Nach dem Master in Mechatronik geht Feldker in die Wirtschaft und sammelt Arbeitserfahrung, bevor er sich selbstständig macht und ein Netzwerk aufbaut. Mit der Idee des Projektes bewirbt er sich für das EXIST-Stipendium, unterstützt von Prof. Dr. Steffen Greiser. Eine zweite Schlüsselfigur für den Erfolg des Start-ups ist Gründungscoach Leonard Gehrmeyer, der das Projekt begleitet. Die Bewilligung des Gründerstipendiums ermöglicht es schließlich, das Projekt in der Größe und im Dreierteam zu realisieren.

Für Feldker zahlt sich das Netzwerken aus. Unter anderem die Firma Graepel, ein international tätiger Systemlieferant für innovative Blechprodukte, ist interessiert an der Technologie, die moduco liefert. In eine bestehende Anlage soll modernere Messtechnik integriert werden. Das junge Start-up kann hier die Fertigungsanlage auf den neuesten Stand bringen.

Wie wird es weitergehen? Stephan Feldker lächelt. „Was wir anbieten, ist ein kompletter Automatisierungsbaukasten. Wir wollen, dass die Kunden uns kontaktieren, weil sie von unserem Portfolio überzeugt sind und ein Rundum-sorglos-Paket liefern.“ >> mm
Im Einsatz bei der Firma Graepel in Löningen
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Erinnerung

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Promovierenden-Interview

Die Gesellschaft wird heterogener und auch die Ansprüche an die Arbeit unterliegen einem merklichen Wandel. Wie gehen Führungskräfte in der Region Weser-Ems damit um? Die Promovendin Linda Knifka geht dieser Forschungsfrage nach.

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Frau Knifka, wie kam es zu Ihrer Promotion?
Während meiner Tätigkeit an der Fakultät Management, Kultur und Technik habe ich durch meine Arbeit im Fakultätsrat vom Projekt „DIAMANT – Vielfalt fördern in der Region Weser-Ems“ erfahren. Da ich sofort von der Projektidee begeistert war und dank der Unterstützung durch das Institut für Management und Technik, lag es auf der Hand, während der Projektarbeit zusätzlich meine Doktorarbeit anzufertigen. Durch die kooperative Promotion habe ich die Chance, der Hochschule und dem Campus Lingen verbunden zu bleiben. Und durch die guten Unternehmenskontakte in der Region kann ich meine soziologische Forschungsarbeit zum Thema „Die Rolle der Führungskräfte zu Diversity und Diversity Management in kleinen und mittleren Unternehmen“ praxisorientiert ausrichten. Zudem bietet mir das Promotionskolleg an der Hochschule Weiterbildungsmöglichkeiten, die mein Promotionsstudium an der Universität Göttingen gut ergänzen.

Was untersuchen Sie in Ihrer Arbeit?
Mein Hauptaugenmerk liegt auf Führungskräften in kleinen und mittleren Unternehmen in der Region Weser-Ems. Mich interessiert vor allem, welches Verständnis sie von Vielfalt in der Belegschaft haben. Unsere Gesellschaft wird vielfältiger und heterogener, das gilt natürlich auch für unsere Belegschaften. Durch den demografischen Wandel gibt es zukünftig immer weniger junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Wir werden internationaler, und der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund steigt. Zudem wird die Familiensituation relevanter. Das Alleinernährer-Modell scheint obsolet. Ebenso werden Flexibilität und Sinnhaftigkeit der Arbeit an Bedeutung zunehmen. Das alles erfordert einen neuen Umgang in den Unternehmen. Ich gehe den Fragen nach, ob kleine und mittlere Unternehmen diesen Bedarf bereits erkannt haben, ob sie für die Veränderung schon bereit sind und welche Rolle Führungskräfte dabei spielen.

Wie sind Sie vorgegangen?
Dank der Bereitschaft der Unternehmen in der Region mit ihren Mitarbeitenden sowie der Unterstützung des Wirtschaftsverbandes Emsland, der als Kooperationspartner im Projekt DIAMANT fungiert hat, konnte ich 60 Expert*innen-Interviews führen. Alle Vier-Augen-Gespräche wurden anonymisiert und nach wissenschaftlichen Standards ausgewertet, weshalb es sich um sehr offene und vertrauensvolle Gespräche gehandelt hat. Besonders spannend war, dass kein Unternehmen wie das andere war.

Welche Eigenschaften sind wichtig, um eine Promotion erfolgreich zu beenden, und was haben Sie danach geplant?
Meiner Erfahrung nach sind drei Dinge besonders wichtig. Zum einen ist Ausdauer gefragt. Man muss über viele Jahre am Ball bleiben. Ich selbst werde die Arbeit Ende 2021 abgeben. Damit bin ich mit knapp vier Jahren neben der Projektarbeit recht gut vorangekommen. Das kann durchaus deutlich länger dauern, das muss man aushalten können. Damit verbunden ist, dass man für das Thema brennt und gerne daran arbeitet, ansonsten kann man schnell die Motivation verlieren. Zweitens ist eine strukturierte Arbeits- und Vorgehensweise hilfreich. Und zuletzt hat es mir sehr geholfen, mich mit anderen Promovierenden zu vernetzen. Dabei habe ich großen Wert auf einen konstruktiven und wertschätzenden Umgang gelegt. Was nach meiner Promotion kommt, ist noch nicht in Stein gemeißelt, aber ich bin sicher, es wird ein aufregendes Jahr folgen. >> mk
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Wünsche

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Studentisches Projekt

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Wie Jongleure und Clowns theatrale Kommunikations- und Interaktionsformen in der Krankenpflege erforschen.

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Wenn das Team der Theaterklinik Lingen die Patient*innen im Bonifatius Hospital in Lingen besucht, dann haben sie ein Ziel: ein Lachen ins Gesicht der Kinder und älteren Menschen zaubern und sie zumindest für eine Weile das Krankenhaus und ihre Krankheit vergessen lassen.

Die Theaterklinik Lingen ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Osnabrück mit dem Bonifatius Hospital Lingen. Studierende der Theaterpädagogik besuchen Patient*innen auf der Kinderstation und in der Geriatrischen Reha, damit sie den Krankenhausalltag mit positiven Erlebnissen belegen und sich selbst aktiv gestaltend in ihren Genesungsprozess einbringen können. Und das seit mittlerweile über zehn Jahren. Die Studierenden nehmen ihre Zuschauer*innen mit auf eine Reise in die Zukunft, fahren mit ihnen gedanklich in den Urlaub oder erleben Abenteuer auf einem Piratenboot. Sie verkleiden sich als Clowns, begeistern als Jongleure und bringen bunte Luftballons in die Krankenzimmer mit. Sie gehen als Schneckenforscher, Mary Poppins oder kommen mit Handpuppen, verwandeln den Stationsflur in einen Dschungel oder hauchen sterilen Handschuhen Leben als Elefanten und Fische ein. Die Studierenden der Theaterpädagogik haben ein großes Repertoire an Theater- und Spielaktionen, die sie aus dem Methoden-Portfolio der Theater-, Heil-, Zirkus-, Spielpädagogik entwickelt und situationsangemessen spezifiziert haben. „Wir wollen den Ort Krankenhaus mit positiven Erinnerungen verknüpfen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Bernd Ruping.

Es geht aber um noch mehr als das: Die Erkenntnisse der Arbeit der Theaterklinik Lingen werden an Pflegekräfte weitergegeben, um deren Arbeitsmethoden zu erweitern und den künftigen Krankenhausaufenthalt von Patientinnen und Patient*innen zu erleichtern. Außerdem wurden die Ergebnisse gesammelt, wissenschaftlich aufgearbeitet und zu einem Konzept erarbeitet. Die Erkenntnisse werden nicht nur in Workshops für das Krankenhauspersonal des Bonifatius Hospitals weitergebenen, sondern mittlerweile auch für Studierende des Bachelorstudienganges Pflege dual der Hochschule Osnabrück. „Wir profitieren alle von diesem Projekt. In unserer Arbeit können wir immer wieder beobachten, wie die Einsätze der Theaterklinik die Stimmung auf Station beeinflussen und den Genesungsprozess der Patientinnen und Patienten nachhaltig unterstützen.“, so Dr. Henry Bosse, Chefarzt der Pädiatrie. >>mk

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Wie ein Touchscreen-Bildschirm Menschen mit Demenz helfen kann.

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Menschen mit Demenz an einem Touchscreen-Bildschirm? Warum nicht. Für ein studentisches Projekt verwirklichte Valenja Versluis, Studierende Pflege (dual), genau das: Sie hat in einer stationären Langzeitpflege getestet, wie man am besten mit neuen Technologien Senior*innen und Menschen mit Demenz helfen und neue Impulse geben kann.

Nach neuesten Erkenntnissen leben zurzeit schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, Tendenz steigend.
Durch die Erkrankung verschlechtert sich zunehmend die Gedächtnisleistung, das Denkvermögen, die Sprache und auch das Ausführen von praktischen Alltagstätigkeiten. Valenja Versluis hat ausprobiert, inwieweit Bewegung und Bilder die kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit Demenz positiv beeinflussen können. Klares Ziel: Ein Konzept mit technischer Begleitung um die kognitiven Leistungen von Menschen mit einer leichten und mittelgradigen Demenz zu fördern sowie zu erhalten.

„Um das zu bewerkstelligen, habe ich einen digitalen Aktivitätstisch im Speiseraum meiner Einrichtung aufgebaut und mit vier Bewohner*innen einige Wochen regelmäßig am Tisch gespielt“, so Valenja. Und der bietet viele Möglichkeiten der Aktivität: Die Spiele und Programme sind auf die verschiedenen Stadien der Demenzerkrankung zugeschnitten, es gibt unter anderem die Möglichkeit, Produkte oder auch Wohnungen von früher zu zeigen, um eine positive Resonanz zu erzeugen. Außerdem gibt es einfache Übungen, ausgelegt auf verschiedene Demenz-Stadien, wenn das kognitive und feinmotorische Niveau nachlässt. „Ich habe mich bei dem Projekt für das Thema Tiere entschieden“. Nach einem kleinen Spiel erschien jeweils ein Bild eines Tieres, das die Bewohner*innen erraten konnten. „Man hat schnell gemerkt, dass alle einen Bezug zu regionalen Tieren, wie Hunde, Katzen oder Kühe haben“, so Valenja. „Eine Teilnehmerin konnte Kühe mit vielen detaillierten Einzelheiten aus ihrer Kindheit beschreiben und hat mir zum Beispiel erzählt, wie sie früher die Kuh gemolken hat“.

Außerdem konnte sie beobachten, welches Tier gewisse Erinnerungen hochbringt und welche Emotionen die Bewohner*innen bei diesen Tieren haben. „Ein wichtiger Ansatz für erfolgreiche Biographie-Arbeit“, resümiert Valenja. >>mk

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Studierende der Hochschule Osnabrück erstellen Kommunikationskonzepte für H2-Region Emsland.

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Inhalte nicht nur theoretisch lernen, sondern direkt praktisch anwenden: Nach diesem Motto erarbeiteten Studierende der Fakultät Management, Kultur und Technik (MKT) in enger Zusammenarbeit mit der H2-Region Emsland kommunikative Konzepte. Im Fokus stand dabei das Thema Wasserstoff als Energieträger – Ein Thema, mit dem die meisten Studierenden bisher noch wenige Berührungspunkte hatten.

Erarbeitung kommunikativer Konzepte

„Zu Beginn des Projekts war uns das Thema Wasserstoff noch sehr fremd. Wir haben dann aber sehr schnell gemerkt, wie spannend und vor allem zukunftsrelevant das Ganze ist“, erzählt Leonie Hartmann. Die Masterstudentin erarbeitete gemeinsam mit ihren Kommiliton*innen des Studiengangs Kommunikation und Management unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Fuhrberg ein integriertes Kommunikationskonzept. Das Ziel: Die Bekanntheit der H2-Region Emsland und des damit verbundenen Projekts HyExperts zu steigern sowie die Vernetzung der verschiedenen Wasserstoffakteure untereinander voranzutreiben. „Mit der H2-Region Emsland haben wir einen Praxispartner gefunden, der nicht nur lokal vor Ort, sondern auch thematisch zukunftsgerichtet und damit für die Studierenden sehr spannend ist“, so Fuhrberg.

Auch die Studierenden im dritten Semester des Bachelorstudiengangs Kommunikationsmanagement konnten ihr theoretisches Wissen in einem Praxisprojekt anwenden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Detlev Dirkers erarbeiteten sie Konzepte für verschiedene Aspekte der Kommunikationsarbeit der H2-Region Emsland mit dem Ziel mehr Transparenz und Verständnis für das Thema Wasserstoff in der Bevölkerung zu generieren.
„Nach einem Briefing zu Beginn des Semesters arbeiteten wir in Kleingruppen an verschiedenen Schwerpunkten wie beispielsweise dem Social Media Auftritt, Veranstaltungskonzepten oder der Wissensvermittlung“, erklärt Studentin Celine Sundermann. Die Ergebnisse wurden in einer Abschlussveranstaltung präsentiert. „Die Wasserstoff-Thematik ist sehr komplex. Die Inhalte auf eine klare, kommunikative Idee hin zu verdichten, war die große Herausforderung für die Studierenden. Die Ergebnisse aller Konzeptionsgruppen waren sehr gelungen. Ein anspruchsvolles Projekt, das viel Spaß gemacht hat“, resümiert Dirkers.

Weitere Kooperationen in Planung

Dr. Tim Husmann, Leiter der Geschäftsstelle H2-Region Emsland, zeigte sich ebenfalls zufrieden mit den Ergebnissen. „Für uns war der Austausch mit den Studierenden durchweg positiv. Wir haben viele neue Anregungen und Ideen erhalten, die wir in unsere Kommunikationsstrategie einbeziehen können.“ Für ihn ist es wichtig, dass die Studierenden nicht nur Konzepte erarbeiten, sondern auch direkt sehen, wie ihre Ideen ernst genommen und umgesetzt werden. Weitere Kooperationen mit der Fakultät MKT sind bereits in Planung.>>mk
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Neubau

Im September 2020 gab es den symbolischen Spatenstich: Der Bau des Laborgebäudes der Fakultät Management, Kultur und Technik gegenüber dem Campus Lingen hatte begonnen. Mai 2023 ist die Fertigstellung des rund 2300 Quadratmeter großen Laborgebäudes avisiert, das in Lingen (Ems) an der Kaiserstraße gegenüber der Hallen I/II entsteht. Das Multifunktionsgebäude für Lehre und Forschung beinhaltet vier transdisziplinäre Laborbereiche: Energiesysteme und Prozesstechnik, Engineering, Digitalisierte Wertschöpfungsprozesse sowie Interaktion und Kommunikation. Die Interaktion zwischen Menschen und Technik ist in den vergangenen Jahren ein Schwerpunkt am Campus Lingen geworden. Im Zeitalter der Digitalisierung verändert sich dieses Zusammenspiel. Im neuen Laborgebäude sollen diese Veränderungen erforscht und für Studierende erlebbar gemacht werden – als „Ort des forschenden Lernens“.
Zum Neubau gehört auch eine überdachte Stellplatzanlage, die mit einer Photovoltaikanlage belegt ist, deren Energie für das Laborgebäude und die 20 Pkw-Ladesäulen vorgesehen ist. Insgesamt kostet der Bau rund 15 Millionen Euro, der aus Eigenmitteln der Hochschule finanziert wird. >> jg
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Überblick

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Dekan im Interview

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Prof. Sascha Wienhausen leitet seit 2012 das Institut für Musik. Wie sieht er die Entwicklung am IfM, und was wird sich in Zukunft in der Ausbildung von Musikpädagog*innen ändern?

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Wie hat sich das IFM entwickelt und wo steht es heute?
Wichtig war, das Institut von Anfang an breiter aufzustellen. Osnabrück ist keine der Großstädte, in der man eine große klassische Musikhochschule einfach mal gründen kann. Bei uns wurde früh entschieden, die populären Künste mit einzubeziehen. Wir sind jetzt und in Zukunft in einer Phase der Konsolidierung und werden uns bei rund 400 Studierenden einpendeln. Ungewöhnlich ist für unser IfM, dass wir rund zwei Drittel der Studierenden in den populären Künsten haben und nur ein Drittel im klassischen Bereich. Das ist ganz anders als in anderen Musikhochschulen und ist genau unser Alleinstellungsmerkmal und der Grund, warum wir auch so erfolgreich sind. Es trägt auch dem Berufsfeld Rechnung, da in den Musikschulen immer Lehrer*innen gebraucht werden, die in den populären Künsten arbeiten und das auch vermitteln können.

Was sind die Herausforderungen für die Zukunft am IfM?
Unsere Studierenden kommen zunehmend aus unterschiedlich geprägten Kontexten, wir haben arabische Musik nun dabei, afrikanische oder südamerikanische. Diese Menschen bringen ganz andere Impulse mit. Und wir haben Studierende, die eine ganz andere musikalische Vorbildung mitbringen. Das heißt, wir müssen uns künftig überlegen, wie wir Aufnahmeprüfungen gestalten, um aus diesen Bereichen talentierte Musiker*innen ans IfM zu binden. Auch im Curriculum und der gesamten Ausbildung müssen wir uns darauf einstellen, denn wir bilden Musikpädagogen aus, die in der Lage sein müssen, diese andere Klientel auch bedienen zu können. Sie müssen in künstlerische Prozesse eindringen, die ganz anders geprägt sind. Das ist eine große Herausforderung. Denn das heißt eigentlich, die gesamte Pädagogik muss sich ändern. Wir müssen Angebote bereitstellen, die eben nicht nur diesen typisch westlich geprägten Kanon haben. Das bedeutet, dass wir künftig das kreative Potential stärker in den Fokus stellen müssen. Wir haben auch andere gesellschaftliche Anforderungen, die für uns eine Rolle spielen. Was ist eigentlich die Position der Musik, was ist die Position der Kultur in einer Gesellschaft? Das sind spannende Fragestellungen. Die Ausbildung und Methodiken werden heterogener und vielschichtiger werden. Ich bin froh, dass wir am IfM dieses breite Portfolio haben. Wir betonen auf der einen Seite die sehr kreativen Prozesse, und dann gibt es aber auch noch die Künstler, die gerne Medium sind für etwas Anderes, und das bedienen wir auch. Und das sind, glaube ich, die großen Herausforderungen für die Zukunft, das gleichbedeutend und ohne Wertigkeit zu vermitteln.

Welche Fähig- und Fertigkeiten brauchen die Musikpädagog*innen der Zukunft?
Da habe ich große Hoffnung. Das Berufsbild des Musikers hat sich ein bisschen auf instrumentale und vokale Fertigkeiten beschränkt. Im Grunde genommen ist das Alleinstellungsmerkmal eines Musikpädagogen, dass er die künstlerischen Prozesse selbst gegangen ist, die er später anderen vermitteln will. Es geht hier also darum, mit Menschen in künstlerische Prozesse einzutauchen. Genau das muss viel stärker in den Fokus geraten, denn das ist der Musikpädagoge der Zukunft, der in der Lage ist zu sehen, was haben wir hier an kreativem Potential, wie können wir das schulen, wie können wir das wecken, wie können wir das weiterentwickeln. Das ist die größte Hauptaufgabe für die Musikpädagog*innen der Zukunft, und eben nicht zu sagen, wir sind Musiklehrer zweiter Klasse. Diese Musikpädagog*innen sind die Künstler, die in der Lage sind, in künstlerische Prozesse einzutauchen und das mit jungen Menschen zur Persönlichkeitsentwicklung und Verbesserung der sozialen Fähigkeiten zu nutzen. >>rg

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Lage des Instituts

Das breite Portfolio ist ein besonderes Alleinstellungmerkmal des IfM unter vergleichbaren Institutionen in Deutschland – und seine große Stärke.

Von Klassik über Jazz und Pop bis hin zu Musical – das Institut für Musik bietet seinen Studierenden ein breites Portfolio
Von Klassik über Jazz und Pop bis hin zu Musical – das Institut für Musik bietet seinen Studierenden ein breites Portfolio
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Im Jubiläumsjahr der Hochschule Osnabrück 2021 studierten 451 Musiker*innen am Institut für Musik (IfM). Mit der Entscheidung um die Jahrtausendwende, das Institut breiter aufzustellen, wurden neue Studienprofile am IfM eingeführt und die populären Künste stärker mit einbezogen. Begonnen wurde mit dem Profil Jazz, als weiterer Baustein kam 2007 das Profil Pop dazu und als letztes wurde 2009 das Profil Musical gegründet. Das Ergebnis der Ausrichtung des IfM - und ein Unterschied zu anderen Musikhochschulen - ist heute, dass rund zwei Drittel der Studierenden in den populären Künsten studieren und lediglich ein Drittel im klassischen Bereich. Das IfM befindet sich heute in einer Phase der Konsolidierung, die Studierendenanzahl wird sich bei rund 400 Studierenden einpendeln.

Für Institutsleiter Prof. Sascha Wienhausen ist besonders das breite Repertoire des IfM ein Merkmal des Erfolges: „Wir haben in allen Profilen sehr talentierte und großartige Leute, und wir freuen uns, dass wir mit diesen Profilen wirklich eine ganz eigene Sprache innerhalb der deutschen Musikhochschullandschaft haben.“

Bei der Betrachtung der einzelnen Profile muss man natürlich differenzieren. Das klassische Profil, aus der Übernahme der Studienabteilung des Konservatoriums gebildet, ist reproduzierend ausgerichtet. Oft spricht man davon, dass Klassik das musikalische Erbe wahren soll. Das ist sicherlich korrekt, denn wir haben in Deutschland ein großartiges musikalisches Erbe, mit hervorragenden Komponisten der Vergangenheit, deren Kunst lebendig gehalten, aber auch mit neuen Impulsen versehen sein will. Das IfM bietet hier eine umfassende und sehr gute klassische Studienmöglichkeit an. Es sieht sich am Markt hier aber ganz besonders mit den großen klassischen Musikhochschulen in Deutschland konfrontiert.

Im Profil Pop ist die Basis eine andere. Hier sind die Sänger*innen oder Musiker*innen das eigentlich künstlerische Objekt. Die Künstler*innen versuchen durch Komponieren, Schreiben und Interpretieren ihrer Werke eigene künstlerische Visionen umzusetzen. Das Institut ist im Bereich Pop sehr gut aufgestellt, denn es gibt in Deutschland nicht viele Orte, wo man Popmusik studieren kann. Aus diesem Grund haben die Studierenden hier auch ein hohes musikalisches Niveau. Viele Studierende bilden eigene Ensembles und Bands, gehen damit an den Markt, um ihre eigenen künstlerische Version umzusetzen und sind sehr erfolgreich. Das schlägt sich in der Verleihung von zahlreichen Preisen nieder.

Der Jazz ist ein Zwischenstück zwischen den beiden bereits beschriebenen Profilen. Er ist zum einen eine Mischung aus reproduzierenden Künsten, da Jazz ein festes Repertoire besitzt. Jazz hat aber auch ein sehr kreatives Potential, was sich besonders auf den Bereich der Improvisation, der Neugestaltung von Musik, bezieht. Das hat in den letzten Jahren sehr viele unterschiedliche Strömungen hervorgebracht, in denen teilweise sehr unterschiedlich mit Jazz umgegangen wird. Auch hier sind die Ensembles des IfM sehr erfolgreich. Beispielsweise konnte am Institut der Junge Deutsche Jazzpreis etabliert werden, der eine hohe mediale Reichweite geniest. Die Lehrenden im Bereich Jazz wurden vielfach mit „Echo-Preisen“ und anderen Auszeichnungen versehen. Auch unter den Studierenden gibt es zahlreiche Preisträge*innen, was besonders außergewöhnlich in der Musikhochschullandschaft ist. Zudem prägt Jazz die Region Osnabrück, da Jazzmusiker des IfM sehr aktiv Stadt und Umland wirken.

Das jüngste Kind am IfM ist das Musical-Profil. Die ersten Absolvent*innen gab es erst vor acht Jahren. Auch Musical kann man nur an wenigen Stellen in Deutschland studieren und es bildet somit für das Institut ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal. Im Musical-Profil wird sehr viel Wert gelegt auf einen kreativen Prozess im Studium. Die Studierenden sollen sich als künstlerische Persönlichkeit entwickeln und nicht nur reproduzierende Künstler sein. Lange war die Musicalszene vom amerikanischen Markt geprägt. Der Teil des Selbstkomponierens und Produzierens wird allerdings immer bedeutender. Das Profil ist, was Preise angeht, sicher das höchst dekorierte Profil. Beispielsweise wurden beim Bundeswettbewerb Gesang mehrfach erste und weitere Preise errungen. Auch die Bewerberzahl ist hier sehr hoch und die Absolvent*innen wiederum bekommen gute Jobs angeboten. In den letzten Jahren ist eigentlich keine große deutsche Musicalproduktion in Deutschland ohne Beteiligung von Künstler*innen vom IfM an den Start gegangen. Nicht nur in den kleinen Rollen, zunehmend auch in den großen Hauptrollen sind die Absolvent*innen aus Osnabrück gefragt. >>rg
Von Klassik über Jazz und Pop bis hin zu Musical – das Institut für Musik bietet seinen Studierenden ein breites Portfolio
Von Klassik über Jazz und Pop bis hin zu Musical – das Institut für Musik bietet seinen Studierenden ein breites Portfolio
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Seit 2009 bietet das Institut für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück die Studienrichtung Musical innerhalb des vierjährigen Bachelor-Studienganges Musikerziehung an. Einem intensiven ersten Jahr, welches Grundlagen vermittelt, um die spezifischen individuellen Fähigkeiten eines jeden bzw. jeder Studierenden zu entwickeln, folgen sechs weitere Semester, um sich auf die Sänger-Schauspieler-Tänzer Ausbildung zu konzentrieren.

Im Mittelpunkt der Lehre stehen dabei nicht nur die drei Hauptfächer, sondern vor allem auch die gegenseitige Integration dieser Ausdruckselemente und die Entwicklung profilierter Darsteller*innen, Persönlichkeiten und Gesangspädagog*innen.
Diese Universalausbildung in Kombination mit pädagogischen Inhalten ist ein Alleinstellungsmerkmal und einmalig im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche Hauptrollen auf den großen Musicalbühnen und die hohe Anzahl an Preisträger*innen großer Wettbewerbe belegen die hohe Qualität der Absolvent*innen dieser Studienrichtung. Die Nachfrage am Studienprofil Musical ist hoch: an die jährlich 160 Bewerber*innen sind nur 10 Plätze zu vergeben.
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Bandgeschichte

Die „dienstälteste IfM-Pop-Band“ erinnert sich an die Anfänge des Studiengangs Musikerziehung – Pop am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, die Entwicklung ihres eigenen Stils und Auftritte in WG-Küchen

Barfuß im Anzug: 2008, am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, begann die Erfolgsgeschichte von Caught Indie Act. Zur Band gehören (von links) Jonathan Fehst, Fabian Wege, Christian Plinke und Andreas Bach
Barfuß im Anzug: 2008, am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, begann die Erfolgsgeschichte von Caught Indie Act. Zur Band gehören (von links) Jonathan Fehst, Fabian Wege, Christian Plinke und Andreas Bach
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„Wir packen Indie Rock in ein Akustik-Gewand“, so beschreibt Jonathan Fehst, der Schlagzeuger von Caught Indie Act, den Stil der Band. Caught Indie Act, das sind Andreas Bach (Gitarre), Fabian Wege (Gesang und Gitarre), Christian Plinke (Bass) und Jonathan Fehst (Drums). Sie beschreiben sich selbst als „Deutschlands beste und wahrscheinlich auch einzige Indie Rock Tribute Band“. Auf ihren Konzerten spielen sie Songs von Bands wie Mando Diao, The Killers, The Hives, Kings of Leon, The Strokes, JET oder Bloc, aber eben mit Akustik-Sound.

„Unplugged, aber ohne Kerzen, sagen wir immer gerne“, verrät Fehst. Aber das war nicht immer so. Die Band musste ihren Sound mit der Zeit erst entwickeln. Ihren ersten Auftritt als Band haben sie mit E-Gitarren gespielt und ein komplettes Drum-Set aufgebaut. Bei einem Gig wenig später traten sie mit Akustikgitarren und Cajon auf. „Und wir haben den Saal trotzdem zum Kochen gebracht“, erinnert sich der Drummer. Seitdem sind sie ihrem Akustik-Sound treu geblieben. „Außerdem hat es den netten Nebeneffekt, dass wir nicht die ganze Zeit so viel Equipment schleppen und aufbauen müssen.“
Weniger Equipment habe zudem noch einen weiteren Vorteil. Dadurch könne die Band fast überall und auch auf kleinstem Raum spielen. „Wir haben uns als Band oft bei Auftritten für WG-Partys verlost. Einmal haben wir in einer zwölf Quadratmeter großen WG-Küche gespielt. Am Ende waren 50 Leute in dieser kleinen Küche, haben getanzt und sind völlig durchgedreht. Der Fußboden hat so gewackelt, dass wir beim Spielen Angst hatten, dass der Boden gleich nachgibt“, erzählt Fehst lachend. „Wir haben in dem Moment alle überlegt, wo wir uns festhalten können, wenn es gleich runtergeht.“
Gegründet wurde Caught Indie Act als Studenten-Band. „Angefangen hat alles im Innenhof des Instituts für Musik“, sagt Fehst „Dort haben wir uns getroffen und gesagt: Komm, wir gründen eine Band!“ Alle Mitglieder der Indie Rock Tribute Band haben am IfM studiert: Andreas Bach und Fabian Wege Musikerziehung – Pop mit Fokus auf die Gitarre und Jonathan Fehst mit Fokus auf das Schlagzeug. Christian Plinke studierte Musikerziehung – Jazz. Sein künstlerisches Hauptfach war das Kontrabass.

Unterstützung, um frei und selbstständig zu arbeiten

„Das IfM bietet für Musikschaffende eine wunderbare Möglichkeit, sich zu vernetzen und endlich mal Leute zu treffen, die die gleiche Leidenschaft für Musik haben, die das Ganze nicht nur als Hobby sehen, sondern auch beruflich Musik machen wollen“, sagt Fehst. Generell sei das Institut für Musik ein tolles, unterstützendes Umfeld für kreative Köpfe, findet der Schlagzeuger: „Es gibt andere Hochschulen, denen gehört alles, was die Studierenden kreativ erarbeiten, die Song-Rechte zum Beispiel. Das ist am Institut für Musik glücklicherweise nicht so. Die Hochschule Osnabrück unterstützt die Studierenden dabei, frei und selbstständig zu arbeiten. Gleichzeitig gibt es Ansprechpersonen, aktive Musikerinnen und Musiker, die das Business kennen, und die gerne ihren Rat oder ihre Unterstützung anbieten.“
Aus den ersten Auftritten in Clubs wurden mit der Zeit immer größere Bühnen. Mittlerweile ist die Band seit 13 Jahren in ganz Deutschland und auch im Ausland erfolgreich unterwegs. „Wir sind tatsächlich die dienstälteste IfM-Pop-Band. Wir sind seit unserem Studium zusammen und spielen immer noch aktiv. Viele andere Bands aus der Zeit haben sich leider mittlerweile aufgelöst“, erläutert Fehst. Er und die anderen Mitglieder von Caught Indie Act begannen ihr Studium im Wintersemester 2008 und gehörten damit zum zweiten Durchgang des Pop-Studiums an der Hochschule Osnabrück überhaupt.

IfM-Studierende in der Rolle der Mitgestaltenden

Wie Versuchskaninchen haben sie sich damals aber nicht gefühlt. „Wir hatten das Gefühl, dass wir als Studierende sehr viel mitgestalten und unsere Ideen einbringen konnten. Wir haben zum Beispiel die Pop!Session ins Leben gerufen.“ Bei dem Veranstaltungsformat treffen sich Studierende der Studienrichtung Pop und bringen vielfältige Stile und Ausprägungen des Pop auf die Bühne. „Es ist toll zu sehen, was mittlerweile daraus geworden ist. Unser Feedback war auch relativ wichtig, um den Studiengang Musikerziehung – Pop weiter zu formen und zu strukturieren. Teilweise sind die Leute aus den ersten Semestern ja auch hiergeblieben und sind jetzt Dozierende hier am Institut für Musik“, erzählt Fehst.
Das trifft auch auf einen Teil der Band zu. Fabian Wege begleitet beispielsweise viele Band Coaching-Projekte am IfM. Jonathan Fehst hat ebenfalls schon verschiedene Seminare übernommen. „Das ist das Schöne am IfM. Alles ist so familiär, und es gibt immer wieder Verbindung und Schnittpunkte.“ >> jp
Barfuß im Anzug: 2008, am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, begann die Erfolgsgeschichte von Caught Indie Act. Zur Band gehören (von links) Jonathan Fehst, Fabian Wege, Christian Plinke und Andreas Bach
Barfuß im Anzug: 2008, am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, begann die Erfolgsgeschichte von Caught Indie Act. Zur Band gehören (von links) Jonathan Fehst, Fabian Wege, Christian Plinke und Andreas Bach
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Verbindung zm IfM

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Promovierenden-Interview

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Frau Reiner, womit befassen Sie sich in Ihrer Promotion?
In meiner Promotion beschäftige ich mich mit Fankulturen in der Neuen Musik. Neue Musik, das ist kein Pop, sondern ein Überbegriff, der ganz unterschiedliche Musikästhetiken umfasst. Und im Gegensatz zu Populärer Musik findet Neue Musik, ähnlich wie Klassik auch, in den Philharmonien statt. Fans sucht man dagegen immer nur in der populären Musik. Ich habe mich gefragt, warum das so ist.

Wie unterscheidet sich denn die Fankultur von Hochkulturen zur populären Fankultur?
Populäre Fankulturen sind häufig negativ besetzt. Wir denken an kreischende Mädchen, die ihre Lieblings-Boy-Band auf der Bühne anhimmeln. Das gilt als illegitime Rezeptionsvorstellung. Wir erkennen hier klare Abwertungsmechanismen, besonders von weiblichen Fans. Ein Beispiel: Wenn weibliche Fans exzessiv Wissen sammeln, dann gelten sie als fanatisch und obsessiv. Wenn das jemand in der Hochkultur macht, gilt er oder sie als Expert*in. Das geht sogar so weit, dass es sich im öffentlichen Diskurs negativ auf die Band oder die Musiker*innen auswirkt, wenn sie hauptsächlich sehr junge, weibliche Fans haben. Zum Beispiel die britisch-irische Band One Direction: „Wer kann das denn ernst nehmen? Das hören doch nur kleine Mädchen!“

Welche Rolle spielt das Thema Gender denn generell in der Populärkultur?
Man könnte fast zurückfragen, welche Rolle spielt das eigentlich nicht? Das fängt schon ganz früh an. Wer bekommt welches Instrument in die Hand gedrückt? Was gilt als männliches und weibliches Instrument? Ich könnte stundenlang weitermachen. Wir sehen auch einen Gender-Pay-Gap: Musikerinnen verdienen tendenziell schlechter als Musiker. Am Anfang der Karriere ist der Unterschied noch nicht so groß, aber um die 40 wird er extrem. Das ist das Alter, in dem Frauen nach gesellschaftlicher Meinung nicht mehr als attraktiv bezeichnet werden. Musikerinnen werden ab einem gewissen Alter nicht mehr gebucht, weil sie nicht mehr „jung und frisch“ sind.

Kann eine Hochschule dazu beitragen, stärker für das Thema zu sensibilisieren?
Ja, aber das ist nicht nur die Aufgabe der Hochschulen, sondern der Ausbildungsinstitutionen grundsätzlich. Wenn man sich beispielsweise die Lehrpläne für Musik in Nordrhein-Westfalen für die Oberstufe ansieht, dann steht nur eine Musikerin auf dem Plan. Das ist Pink, aber die kann man auch durch die Beatles ersetzen.

Wie hat sich das Thema Gender und Musik denn in den vergangenen Jahren entwickelt und wie wird es sich in Zukunft entwickeln?
Wir sehen auf jeden Fall, dass es viel mehr Aufmerksamkeit für diese Themen gibt. Frauen werden lauter. Sie nutzen soziale Netzwerke, um sich auszutauschen und solche Themen sichtbar zu machen. Plattformen wie Instagram oder auch TikTok bieten Personen, die in Mainstream-Medien keine Stimme haben, die Möglichkeiten, sich zu positionieren, ihre eigene Geschichte zu erzählen und auch mit Fans und mit Hörer*innen direkt zu interagieren. Ich glaube, dass einerseits alles viel komplexer und viel komplizierter wird. Gleichzeitig wird es aber auch diverser und vielfältiger. Und Sachen komplizierter zu machen, hat eigentlich nie geschadet. Ich bin da sehr positiv. >> jp
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Wünsche an das IfM

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Neubau

Willkommen im Plektrum. Geschwungene Wände, kaum Ecken und Kanten, hochwertige Ausstattung und einzigartige Architektur – es kann losgehen im Neubau des IfM an der Caprivistraße in Osnabrück. Die ersten Proben haben bereits begonnen. Auch wenn es länger als geplant gedauert hat, entschädigt das neue Gebäude nun vollends für etwas mehr Wartezeit. Natürlich wird an der einen oder anderen Sache noch geschraubt, funktioniert mal etwas nicht. Aber Studierende und Lehrende sind rundherum glücklich über die Inbetriebnahme des „Plektrum“.
Die Überlegungen zur Benennung der einzelnen Gebäude hatte praktische Gründe, die den Nutzen beschreiben. „Wir brauchten eine Bezeichnung für den Konzertsaal, wo man Ruhe hat, für den Tanzsaal, wo man Krach machen kann, und eine Bezeichnung für den Probenbereich, wo die Bands proben können“, erklärt Dekan Prof. Sascha Wienhausen die Namensfindung. Die Bezeichnung „Plektrum“ erwies sich als Volltreffer für das größte Gebäude mit dem Konzertsaal. Bereits nach wenigen Tagen war sie ein fester Begriff unter den Studierenden des IfM, die peu a peu das Gebäude in Beschlag nehmen. Der Name „Plektrum“ kommt nicht von ungefähr, schließlich ist es ein Gebäude der Musik. Als Plektrum werden Plättchen bezeichnet, mit denen die Saiten von Zupfinstrumenten, wie zum Beispiel von Gitarren, angeschlagen werden können. Und genauso sehen die drei einzelnen Gebäude aus der Luft betrachtet aus.
Das Probenhaus trägt den Namen „Loop“: „Man übt und wiederholt ständig, wie in einer Schleife (Loop)“, sagt Wienhausen dazu. Das Tanzhaus heißt „En Face“ und beschreibt den Moment, in dem man sich als Tänzer dem Publikum zuwendet.
Die Freude über den Bezug des Plektrums ist überall spürbar. Freuen wir uns auch auf die ersten Aufführungen, die bald starten. >>rg
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